16. Entwicklung von Teams: Teamentwicklung

Der vorangehende Themenbereich hat gezeigt: Die Zusammensetzung von Teams aus einzelnen Personen mit bestimmten Merkmalen ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit. Aber das ist nicht alles, was in Teams zählt, Teams sind mehr als die Summe ihrer einzelnen Teile. Mit diesem Thema befasst sich der folgende Themenbereich.

Perspektiven auf Teamentwicklung

Im weitesten Sinne kann man unter dem Begriff Teamentwicklung natürlich alles verstehen, was im gesamten bisherigen Text behandelt wurde. So trägt natürlich auch die Gestaltung des Kontextes, die Veränderung der Arbeitsaufgabe oder die Veränderung der Zusammensetzung eines Teams durch den Austausch von Mitgliedern zu dessen Entwicklung bei und verbessert Kommunikation und Interaktion bei der Arbeitsaufgabe. So ist aber aus dieser Perspektive am Ende tatsächlich alles irgendwie Teamentwicklung. Sinnvoller ist daher eine fokussiertere Perspektive, konzentriert auf Ansatzpunkte am bereits vorhandenen Team.

Diese Teamentwicklung im engeren Sinne sollte insbesondere auf zwei unterschiedlichen Ebenen ansetzen, um erfolgreich zu sein: Auf Ebene der einzelnen Teammitglieder und auf Ebene von Zuständen und Prozessen des gesamten Teams.

So können Teams bereits auf der Ebene der einzelnen Personen entwickelt werden. Das wird insbesondere im Bereich der Kompetenzen gelingen aber auch an Eigenschaften wie Motivation oder emotionale Verfassung ist hier zu denken. Besonders relevante Kompetenzen, die sich relativ gut trainieren lassen, sind:

  • Fachkompetenzen (Auffrischungskurse, Weiterbildungen etc.),
  • soziale und kommunikative Kompetenzen,
  • Selbständigkeit und Organisation.

Teamentwicklung auf Ebene des gesamten Teams

Allerdings genügt es nicht, lediglich einzelne Teammitglieder zu trainieren und zu entwickeln und darauf zu bauen, dass sie schon irgendwie als Team funktionieren werden (McIntyre & Salas, 1995). Neben dieser Individualebene der einzelnen Teammitglieder sollte daher vor allem auf Ebene des gesamten Teams angesetzt und entwickelt werden. Genau darauf konzentriert sich dieser Themenbereich.

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Abbildung: Das Team als Säule der Teamleistung

Dazu können Führungskräfte Zustände und Prozesse des gesamten Teams (etwa den Zusammenhalt) beeinflussen und in ihrem Interesse pflegen. Für die Leistungsfähigkeit zentrale Zustände und Prozesse auf Ebene des gesamten Teams, die über die reine Zusammensetzung aus Einzelpersonen und deren Merkmale hinaus gehen, sind:

  • Zusammenhalt (Kohäsion) und Konfliktniveau im Team,
  • Normen, Hierarchie und Rollen im Team sowie
  • Phasen der Teamentwicklung.

Im Folgenden ist jedem dieser Aspekte ein Kapitel gewidmet. Von der gelungen Gestaltung dieser Aspekte hängen viele wichtige Prozesse in den Teams ab, wie etwa die Partizipation bei Entscheidungen, guter Informationsfluss, positive Affekte (das emotionale Klima im Team), Lernen im Team, Veränderungsbereitschaft des Teams, ein gemeinsames Verständnis von und Akzeptanz der Teamziele sowie die Motivation der Teammitglieder. Man kann sagen, das Funktionieren des gesamten Teams hängt davon ab. Das betrifft dann letztendlich ganz konkret Produktivität, Absentismus oder die Fluktuation von Teammitgliedern.

Der Themenbereich beginnt mit einem Kapitel zu Kohäsion und Zusammenhalt von Teams.