12. Teamzusammenstellung: Teammitglieder richtig auswählen

Ein Team ohne gute Mitglieder funktioniert nicht. Erfolgreiche Teamarbeit braucht die richtige Mannschaft. Darüber sind sich alle klar. Nur: Wie sieht die richtige Mannschaft aus, wer sollte rein und wer nicht? Wie kann man gute Teammitglieder erkennen und auswählen? Möchte man Teams zusammenstellen, dann gibt es viel Widersprüchliches, viel Hurra und oft wenig Fakten zu hören: „Große Teams treffen bessere Entscheidungen! Frauen sind bessere Teamplayer! Mach die Teams möglichst bunt und divers!“ sind nur einige der oft verbreiteten „heißen Tipps“. Hier setzt dieses Kapitel an.

Es zeigt, dass die Teamzusammenstellung eine wichtige Basis für Teamleistung ist. Der zweite Abschnitt verdeutlicht, dass Eignung immer im Lichte der Anforderungen zu sehen ist. Dann folgt eine Übersicht zu wichtigen Eigenschaften von Teammitgliedern. …

Teammitglied oder lieber nicht? Nicht jedes Individuum ist eine Bereicherung im Team
Teammitglied oder lieber nicht? Nicht jedes Individuum ist eine Bereicherung im Team

Teamzusammenstellung als Basis der Teamleistung

Neben dem Umfeld und der Aufgabe ist die Zusammenstellung des Teams selber eine wesentliche Säule der Teamleistung. Im Prinzip ist das Ziel, die Eigenschaften eines Teams auf die Anforderungen auszurichten, die sich aus der Aufgabe und dem Umfeld ergeben. Je besser dies gelingt, desto effektiver ist ein Team, desto höher ist seine Eignung.

Teamzusammenstellung als Basis der Teamleistung
Teamzusammenstellung als Basis der Teamleistung

Möchte man am Team ansetzen, um die Teamleistung zu verbessern, dann gibt es zwei grobe Handlungsfelder:

  • Anzahl und Eigenschaften der Teammitglieder. Für die Leistungsfähigkeit und Qualität der Zusammenarbeit in Teams sind sowohl die Anzahl der Teammitglieder als auch deren Merkmale wichtig. Bei den Merkmalen ist zu denken an demografische Eigenschaften (wie z.B. Alter), Kompetenzen (wie Intelligenz) und Persönlichkeitsmerkmale (z.B. Gewissenhaftigkeit).
  • Entwicklung des bestehenden Teams (Teambuilding). Nicht nur die Teamzusammenstellung entscheidet, sondern auch was mit dem Team passiert. Man kennt die Fußballmannschaften aus relativ schlechten Einzelspielern, die über sich hinauswachsen – und man kennt die anderen Mannschaften, die trotz hervorragender Einzelspieler als Team versagen. Wichtige Punkte bei der Teamentwicklung sind beispielsweise der Zusammenhalt und soziale Normen (Teamregeln).

In diesem und den folgenden Kapiteln geht es um den ersten dieser beiden Ansatzpunkte. Führungskräfte haben bei der Zusammenstellung von Teams entscheidenden Einfluss auf Anzahl und Merkmale der Teammitglieder und können auch später noch Mitglieder entfernen oder hinzufügen.

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Wer ein geeignetes Teammitglied ist, hängt natürlich auch vom spezifischen Team ab und den Anforderungen, die an dieses Team gestellt werden. Dazu der nächste Abschnitt.

Teammitglied und Team: Anforderungen und Eignung

Wie können Führungskräfte Teams sinnvoll zusammenstellen? Bei Arbeitsteams sollten natürlich die Eigenschaften der einzelnen Teammitglieder zur Aufgabe des Teams und zum Umfeld, in dem die Aufgabe erledigt werden soll, passen.

Es ist dieser Fit zwischen Eigenschaften des Teams und den Anforderungen, der von Führungskräften optimiert werden sollte, wie folgende Abbildung zeigt. Umso besser das gelingt, desto höher die Eignung des Teams für die gestellten Aufgaben.

Ein Teammitglied muss zum Team passen: Anforderungen und Eignung von Teams
Ein Teammitglied muss zum Team passen: Anforderungen und Eignung von Teams

Je nach Aufgabe können natürlich vollkommen unterschiedliche Eigenschaften erforderlich sein. Entsprechend unterschiedlich werden die Qualifikationsprofile von Teammitgliedern in unterschiedlichen Teams sein, die sich etwa mit Kundenservice, Produktion, Forschung- und Entwicklung oder Management-Entscheidungen befassen.

Der nächste Abschnitt stellt die wichtigsten Eigenschaften bei Teammitgliedern vor.

Teammitglied: Wichtige Eigenschaften

Bei der Zusammenstellung von Teams sind insbesondere folgende Eigenschaften der Teammitglieder für die Leistungsfähigkeit relevant:

  • Anzahl an Personen im Team. Hier geht es etwas vereinfacht ausgedrückt um die Frage „Viel bringt auch viel!“ vs. „Weniger ist mehr!“. Dazu zeigt die Forschung deutlich, dass mehr zumindest nicht so viel mehr bringt, wie erhofft. Mit zunehmender Gruppengröße nimmt die Leistung des einzelnen ab (z.B. Suzuki et al., 2018, Littlepage, 1991). Und es wird noch komplizierter: Ja nachdem, was ein Team als Aufgabe hat, performen größere oder kleinere Teams besser. Weil man die Mitarbeiter nicht frustrieren und effizient einsetzen möchte und das Thema komplexer ist, stellt gleich das nächste Kapitel die Frage Nach der richtigen Anzahl der Teammitglieder.
  • demographische Merkmale. Merkmale der Teammitglieder wie etwa Geschlecht, Alter, kulturelle Herkunft und Dauer der Betriebszugehörigkeit sind nicht egal. Diese Nachricht hat sich verbreitet. Was sich noch nicht verbreitet hat, ist die Nachricht, dass Vielfalt in Teams nicht immer nur Vorteile bringt. Ein eigenes Kapitel zu Team-Diversität widmet sich diesem Thema.
  • Kompetenzen der Teammitglieder. Es spielt eine Rolle, ob jemand fachlich Ahnung hat von seinem Aufgabenbereich im Team. Ebenso kann ein Teammitglied Probleme und Herausforderungen besser lösen, wenn es intelligent ist (z.B. Bell, 2007). Soziale und Kommunikative Kompetenzen kommen dazu – etwa, dass jemand kritikfähig ist und seine Gedanken auch verständlich ausdrücken kann. Diese Kompetenzen sind so wichtig, dass auch hier ein eigenes Kapitel zu Teamkompetenzen alles wichtige zeigt.
  • Persönlichkeitsstruktur. Schon mal mit jemandem zusammengearbeitet, der einfach nur schlecht gelaunt ist – oder mit jemandem der antrieblos und matt ist, Depression ausstrahlt? Umgekehrt kann man erleben, wie es einen vitalisiert mit den richtigen Persönlichkeiten umgeben zu sein; Menschen, die Energie und Motivation ausstrahlen. Emotionen stecken an – die positiven und auch die negativen (z.B. Barsade, 2002). Und es ist nicht nur die emotionale Grundstimmung wichtig. Persönlichkeit entscheidet. Ist jemand extrovertiert oder introvertiert? Arbeitet ein Teammitglied gewissenhaft und motiviert oder schlampig und lustlos? Rastet das neue Teammitglied vielleicht bei geringen Anlässen schon aus und brüllt herum? Für dieses in der Praxis oft zu wenig beachtete Thema, gibt es daher auch ein ganz eigenes Kapitel zur Persönlichkeit von Teamplayern.

Jeder dieser Bereiche wird im folgenden also mit einem eigenen Kapitel behandelt. Das nächste Kapitel beginnt mit der Diskussion der Frage, wie viele Personen in einem Team sein sollten.