Führung von Mitarbeitern: Einleitung

Wer besser führt, gewinnt – als Person, als Team, als Unternehmen oder als Staat. Führungsqualität ist entscheidend für den Erfolg bei großen Herausforderungen: Unternehmenserfolg, Umweltschutz, demographischer Wandel, wirtschaftliche Stabilität, Befriedung von Kriegen, professioneller Umgang mit Pandemien – bei letztendlich allen großen Themen, die ein einzelner Mensch nicht alleine lösen kann, hängt der Erfolg an wirksamer Führung und guten Führungskräften.
Was aber macht Führung wirksam? Das zeigen uns Jahrzehnte an Führungsforschung. Führungskräfte, die dieses Wissen nutzen, können mehr Wirkung entfalten; mehr Wirkung als die vielen anderen, die sich auf spekulative und unwissenschaftliche Konzepte oder ihren „Instinkt“ verlassen. Ein tiefer, wissenschaftlicher Blick auf Führung und ihre Erfolgsfaktoren lohnt sich also in jeder Hinsicht. Der Fachtext stellt dazu in zahlreichen Kapiteln die in Jahrzehnten angehäuften Forschungsergebnisse vor und setzt sie in direkten Bezug zur Praxis. Für mehr Wirkung bei der Führung. …

Führung

Wirksame Führung als Herausforderung

Warum ist wirksame Führung immer noch eine Herausforderung? Im krassen Kontrast zu seiner Bedeutung ist das Thema Führung in Wirtschaft und Politik noch überwiegend wenig professionell gehandhabt, ja sogar grob vernachlässigt. Das breite Versagen der deutschen Regierung in der Corona-Pandemie ist dafür nur ein Beispiel – wenn auch ein besonders prägnantes. Es gibt viel zu tun: Noch dauern die meisten Entscheidungen in Organisationen zu lange und sind suboptimal, noch funktionieren die wenigsten Teams wirklich gut (Becker, 2016), noch sind die meisten Mitarbeiter nicht motiviert (Becker, 2018). Auch die Frage, wer Führungskraft wird (und wer nicht) ist bisher wenig professionell gehandhabt. Der folgende Schaukasten liefert dafür ein Forschungsbeispiel

Forschungsbeispiel: Leistung und Karriere
Es verwundert viele Menschen zu hören, dass Arbeitsleistung und Karriere insgesamt nur mit ca. zehn Prozent zusammen hängen (Van Scotter, Motowidlo und Cross, 2000; Carmeli, Shalom und Weisberg, 2007). Bedeutet dies doch, dass die Karriere zu 90 Prozent von anderen Dingen als Leistung abhängt. Anstatt also denjenigen mehr Macht zu geben, die gute Ergebnisse erreichen, befördern die meisten Organisationen unbewusst nach anderen, oft irrationalen, Kriterien. Ein Beispiel aus der Forschung für den irrationalen Umgang mit Führung in der Praxis ist Körpergröße als Karrieretreiber: So sind auch viele Menschen überrascht, dass es stark von der Körpergröße abhängt, ob jemand Führungskraft wird, und dass nicht zuletzt deswegen jeder Zentimeter Körpergröße über dem Durchschnitt ca. 250 Euro mehr an Gehalt im Jahr bedeutet (Judge und Cable, 2004). Das gilt übrigens sowohl bei Frauen wie auch bei Männern.

Fazit: Führung ist in der Praxis oftmals noch wenig professionell und irrational gehandhabt. Es fließt zwar viel Geld, um bestimmte Führungskräfte zu gewinnen und Führungskompetenz zu entwickeln. Allerdings sind die meisten Organisationen weit davon entfernt, rational und forschungsbasiert die wirkungsvollsten Personen als Führungskräfte auszuwählen und diese anhand von wissenschaftlichen Erkenntnissen systematisch zu entwickeln. Statt wissenschaftlicher Erkenntnis beherrschen Seilschaften, Gewohnheiten, Fehlannahmen, wenig wissenschaftlich basierte Ansätze (wenn es überhaupt systematische Ansätze gibt) und Personenkult das Thema Führung. Unternehmen, die zwar oft gleichzeitig jeden Cent in der Produktion optimieren wollen, handhaben das Thema Führung überraschend nachlässig und sorglos. Damit nehmen sie gewaltige Risiken und Kosten in Kauf – oft ohne, dass die Verantwortlichen es überhaupt bemerken.
Was schon in der Wirtschaft ein verbreitetes Problem ist, gilt erst Recht für den politischen und öffentlichen Bereich. Es ist längst offensichtlich in den täglichen Meldungen aus Politik und Wirtschaft: Andere treffen schneller bessere Entscheidungen, bauen fortschrittlichere Flughäfen in kürzerer Zeit, schützen ihre Bürger wirksamer und rascher vor Pandemien und gehen in immer mehr Bereichen sprichwörtlich in Führung – sei es Elekromobilität oder Digitalisierung.

Daher behandelt dieser Fachtext, wie Forschung Führung wirksamer machen kann. Der nächste Abschnitt stellt die Inhalte vor.

Mitarbeiter wirksam führen als Fachtext

Mit wissenschaftlichen und evidenzbasierten Ansätzen können Führungskräfte mehr Wirkung entfalten. Sie können mehr erreichen, als andere, die sich lediglich auf spekulative Konzepte, das Nachahmen der „Vielen“ oder ihren „Instinkt“ verlassen. Eine gesunde Intuition und inspirierende Beispiele aus der Praxis können natürlich sehr wertvoll sein. Erkenntnisse aus der Forschung helfen Führungskräften aber diese richtig einzuordnen, Chancen zu erkennen und Risiken zu vermeiden. Forschungsbasierte Konzepte unterstützen dabei, zu erkennen, was wirklich nutzt – und was vielleicht mehr schadet als nutzt, auch wenn es mitunter überzeugend verkauft wird und es viele andere praktizieren.

Psychologie der Mitarbeiterführung: Wirtschaftspsychologie kompakt für Führungskräfte...

Das Buch zum Online-Text.
Diplompsychologe Prof. Dr. Florian Becker liefert:

  • praxiserprobte Tipps aus unseren Projekten mit Top-Unternehmen und Workshops mit Führungskräften
  • wissenschaftliche Qualität aus jahrzehntelanger Forschungsarbeit
  • kompaktes Format, weil Ihre Zeit kostbar ist

Ihr Vorsprung bei Mitarbeiterführung.

Wie also sieht ein professioneller und forschungsbasierter Blick auf Führung aus? Bei Führung geht es letztendlich immer um den erfolgreichen Umgang mit Menschen – die Psychologie entscheidet. Hier setzt dieser Fachtext an. Diplom-Psychologe Prof. Dr. Florian Becker eröffnet mit Spezialistenwissen und langjähriger Praxiserfahrung wertvolle Einblicke. Er vermittelt praxisorientiert den Stand der psychologischen Forschung zu Führung und unterstützen Ihren Praxistransfer mit zahlreichen Übungen und Tipps.
Leser erfahren so aktuelle Erkenntnisse, erhalten bewährte Tipps für die Praxis sowie frische Perspektiven und Ideen. Dabei konzentriert sich der Text vor allem auf Forschungsergebnisse und deren Interpretation. Er grenzt sich ab von Zeitgeist, Ideologie und Hurra-Geschrei der üblichen Führungsliteratur. Ebenso verschont der Text vor immer neuen Begriffen für Altbekanntes.

Welche Inhalte kommen konkret, was ist der Nutzen für Leser? Jedes Kapitel ist in sich abgeschlossen und stellt einen wichtigen Aspekt der Führungsforschung vor:

  • Leser erfahren, warum viele Bücher, Modelle und Tipps zu Führung wenig hilfreich, ja oft sogar schädlich sind – und welchen Mehrwert forschungsbasierte Erkenntnisse bieten.
  • Sie gewinnen eine ganzheitliche Betrachtung zu Führung, Klarheit über ihre Führungsziele und einen Werkzeugkasten an wirkungsvollen Führungsinstrumenten.
  • Entwicklung des eigenen ethischen Kompass, anstatt sich einen von außen überstülpen zu lassen.
  • Immunisieren gegen weit verbreitete aber unzutreffende Menschenbilder, Ideologien und Fehlannahmen über Führung.
  • Einblick, welche Eigenschaften wirkungsvolle Führungskräfte haben.
  • Führungskräfte erfahren die irrationalen Gesetze, nach denen Karriere oft funktioniert und wie sie dieses Wissen für sich nutzen.
  • Schutz vor der Verlockung, Führungsstilen nachzueifern, die andere als Ideal bejubeln.
  • Gute Entscheidungen herbeiführen und lernen, Mitarbeiter erfolgreich in Entscheidungen einzubeziehen.
  • Delegieren der richtigen Aufgaben an die richtigen Mitarbeiter – für mehr Freiraum sowie schnellere und bessere Ergebnisse.
  • Gute Beziehungen zu Mitarbeitern gestalten – auf Basis der Forschungsergebnisse zu Sympathie und Vertrauen.
  • Mitarbeitern Richtung, Ausdauer und Motivation geben mit wirksamen Zielen.
  • Beste Ergebnisse erreichen, indem Führung optimal zur aktuellen Situation passt.
  • Lernen, den Führungsstil flexibel und agil auf schnellen Wandel auszurichten.
  • Das entscheidende Wissen für Krisenführung und Führung über räumliche Distanz.
  • Mitarbeiter als entscheidenden Faktor aktovieren, um in allen Handlungsfeldern der Führung erfolgreich zu sein.
  • Transformationale Führung und Charisma als mächtige Führungsinstrumente: Mitarbeiter können ideologisiert und begeistert werden und über rein eigennützige Interessen hinaus Leistung erbringen.
  • Führungskompetenz ausbauen – bei sich und bei anderen.
  • Hohe Handlungsfähigkeit und Selbständigkeit bei Mitarbeitern erreichen – um Zeit für die wichtigen Themen zu bekommen.

Das und noch viel mehr erwartet die Leser. Der Autor schafft damit ein wissenschaftliches Fundament für den Erfolg als Führungskraft. Leser können ihre Führung so auf das konzentrieren, was wirklich funktioniert und vermeiden, was nichts bringt oder sogar schadet. Sie lernen die Macht der Psychologie für den erfolgreichen Umgang mit Mitarbeitern kennen und wirkungsvoll einsetzen. Führungskräfte profitieren von tiefgehenden Einblicken in die Psychologie der Führung und von den zahlreichen Praxistipps und Übungen in den Kapiteln.

Der folgende Abschnitt fasst die Chancen zusammen, die ein forschungsbasierter Blick auf Führung eröffnet.

Forschungsbasierte Führung als Chance

Wie kann forschungsbasierte Führung konkret beitragen, damit Leser jetzt in Führung gehen? Wo es große Defizite gibt, da gibt es immer auch große Chancen. Eine der Schicksalsfragen der Gegenwart ist, sich dem Thema Führung evidenzbasiert und wissenschaftlich zu nähern. Wer Führung aus der Ecke von Personenkult, mystischer Faszination und populärer Ideologie herausholt und auf ein wissenschaftliches Fundament stellt, baut sich einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil auf. Je besser das gelingt, desto erfolgreicher können Führungskräfte in Unternehmen und anderen Organisationen die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft lösen.

Praxistipp: Führungsqualität als Wettbewerbsvorteil
Die meisten Unternehmen behandeln das Thema Führung überraschend unprofessionell und wenig ambitioniert. Das eröffnet die Chance, sich mit Führungsqualität einen großen und systematischen Wettbewerbsvorteil zu sichern – als Führungskraft aber auch als Unternehmer.

  • Als Führungskraft können Sie sich jetzt einen großen Vorsprung an Wirksamkeit sichern, wenn Sie sich den Erfahrungsschatz aus über 100 Jahren Führungsforschung praxisorientiert aneignen. Diese Basis bringt Sie auf die Überholspur gegenüber den vielen anderen, die alleine auf fragwürdige und spekulative Konzepte, Gewohnheit, Nachahmung von anderen oder ihr Bauchgefühl vertrauen.
  • Wenn Sie als Unternehmer jetzt den Fokus auf Führungsqualität legen, schaffen Sie das Fundament für nachhaltige Wettbewerbsvorteile und Erfolg. Es besteht ein großes Risiko, dass in Ihrem Unternehmen das Thema Führung nicht seriös wissenschaftlich gehandhabt wird. Das ist keine Schande, auch kein Grund sich zu schämen, sondern eher die Norm. Nicht selten bestehen sogar Strukturen, die fördern, dass Organisationen systematisch die falschen Personen als Führungskräfte auswählen und zudem noch falsch trainieren. Die verheerenden Konsequenzen kann man wegen der besseren medialen Abdeckung insbesondere im politischen Bereich beobachten – aber auch in der Wirtschaft kostet ein mangelnder Fokus auf Führungsqualität viele Chancen. Wichtig ist daher ab jetzt aktiv wissenschaftsbasierte Ansätze einzubeziehen.

Was fehlt, ist also die rationale Betrachtung von Führung, die wissenschaftliche Perspektive. Es gilt Licht in das Dunkel aus Faszination und Spekulation zu bringen. Dazu dient dieser Text.

Unprofessionelle Führung ist einfach ein Risiko. Das vertieft der folgende Abschnitt.

Unprofessionelle Führung als Risiko: Beispiel

Das Thema Führung ist zu wichtig und zu zentral für Millionen von Menschen, den Erfolg von Unternehmen und ganzen Staaten, um es zu vernachlässigen. Mitunter geht es um Leben und Tod, wie der folgende Pressebeitrag zeigt.

Beispiel: Europa braucht Führung

Blickt man ein Jahr später auf diesen Beitrag, dann haben sich leider die skizzierten Befürchtungen mehr als Bewahrheitet. Mitunter wurde das Gegenteil von dem gemacht, was zu tun war und im Artikel klar genannt wurde. Ein kurzer Abgleich:

  • Anstatt Menschen emotional zu erreichen, gab es ein langes hin und her nach dem Motto „Corona ist relativ harmlos – nein, es ist total gefährlich. Es gibt keinen Lockdown – doch, jetzt ist er da. Masken bringen nichts – doch, die müssen sofort überall getragen werden. Eine zweite Welle wird es nicht geben, entspannt Euch – oh nein, die kommt jetzt und zwar ganz, ganz schlimm!“. Das Ergebnis ist jetzt eine Müdigkeit der Bevölkerung, den Maßnahmen zu folgen, Vertrauensverlust und mangelnde Akzeptanz in breiten Kreisen. Das spiegelt sich auch im massiv einbrechenden Umfragewerten, gerade für die CDU wieder. Die schlechtesten Voraussetzungen, um wirksam zu führen.
  • Anstatt von anderen zu lernen, hat man weiter versucht, alles selbst besser zu wissen. Man hat sich nicht angesehen, wie andere wirkungsvolle Apps gegen Corona aufgebaut haben, Grenzen sichern gegen Einschleppung von Mutanten oder professionell eine Durchimpfung organisieren.
  • Anstatt klare und ambitionierte Ziele zu entwickeln und dabei zu bleiben, hat man auf ein Fahren auf Sicht gesetzt. In Marathonsitzungen zwischen den Ministerpräsidenten der Länder und der Bundesregierung wurden dann weitgehend spontan jeweils neue und selbst für die Teilnehmer überraschende Ergebnisse „ausgearbeitet“. Teilweise mussten diese Beschlüsse dann schon nach wenigen Tagen zurückgenommen werden, etwa die verordnete „Osterruhe“. Eine nachhaltige Strategie sieht anders aus. Das Bewusstsein, dass der Erfolg gegen die Pandemie ein Marathon ist, der eine klare Strategie braucht, scheint bei den Entscheidern völlig zu fehlen.
  • Anstatt rechtzeitig für gute Entscheidungen zu sorgen, wurde verzögert und gewartet. Das gilt in vielen wesentlichen Bereichen: Sei es der wirksame Schutz der Gefährdetsten in den Altenheimen, die Digitalisierung der Gesundheitsämter, die Vorbereitung auf eine zweite und dritte Welle (strategisches Konzept), die Auszahlung von Hilfen und die Entwicklung der Voraussetzungen dafür (IT-Systeme) oder die Beschaffung von Impfungen und Schnelltests. Weil man nicht schnell und konsequent handeln wollte, hat man das Problem über mehr als ein Jahr gestreckt und muss immer wieder in Lockdowns. Währenddessen geht das normale Leben in anderen Ländern weiter. Diese Länder haben mit unangenehmen aber sehr konsequenten Maßnahmen „die Zigarette ausgetreten, bevor der Wald brennt“. Die Einwohner dort fahren wieder in den Urlaub, Schulen und Restaurants sind offen, die Wirtschaft wächst.
  • Anstatt die Schwächsten insbesondere in den Altenheimen schnell und umfassend zu schützen, hat man sich darauf priorisiert, die am wenigsten Gefährdeten am stärksten zu gängeln: Kinder und junge Menschen. Die Schulen waren mit hohem Aufwand und Kosten (auch menschlichen Kosten und Langzeitschäden) geschlossen, während man in Altenheimen auf wirksame Hygienekonzepte, Schnelltests und Impfungen wartete – oft bis es zu spät war. Wie fehlgeleitet der ethische Kompass bei einigen Verantwortlichen offenbar ist, zeigen auch Skandale rund um Bereicherung bei der Vermittlung von Schutzmasken.
  • Auch beim Setzen auf Kompetenz muss man weiterhin ein großes Fragezeichen machen. Noch hat niemand wirklich Verantwortung übernommen, trotz hunderttausender Toter durch die Pandemie in Europa. Viele davon wären mit guter Führung vermeidbar gewesen. Noch ist, zumindest in Deutschland, niemand zurückgetreten, trotz (gerade im internationalen Vergleich) offenkundigstem Regierungsversagen.

Es geht also um viel beim Thema Führung – am Ende um das Überleben ganzer Gesellschaften und Unternehmen. Wer besser führt, gewinnt. Kein Wunder, dass all dies zu einem wachsenden Interesse an der Führungspsychologie und ihren Forschungsergebnissen führt. Dazu mehr im nächsten Kapitel. Es stellt Führungspsychologie als Wissenschaft vor.