Führungsinstrumente: Die 15 wirksamsten

Führungsinstrumente machen Dich wirksam im Umgang mit Menschen, vor allem mit Mitarbeitern. Vielleicht hast Du Dich schon einmal gefragt: Wie formen manche Führungskräfte ihre Mitarbeiter zu begeisterten Anhängern und erreichen mit diesen selbst anspruchsvollste Ziele? Wir finden solche Beispiele extrem wirksamer Anführer im Militär, in der politischen Führung und natürlich auch im Wirtschaftsbereich. Wirksamkeit von Führung hat sehr viel zu tun mit Führungsinstrumenten und mit der Meisterschaft in deren Anwendung. Sagen wir es ganz direkt: Als Führungskraft bist Du ein Beeinflusser. Und dabei sind Führungsinstrumente Deine Werkzeuge. Ohne gute Führungsinstrumente bist Du als Führungskraft wie ein Handwerker ohne Werkzeuge – ziemlich nutzlos. Umgekehrt kannst Du Deine Führungsinstrumente zur Meisterschaft entwickeln und damit wirksamer auf andere Menschen werden, als es sich die meisten vorstellen können.

Darum geht es in diesem Text: Um Deinen Weg zur Meisterschaft in der Führung von Menschen. Nur: Was genau ist ein Führungsinstrument? Welche gibt es?
Dieses Kapitel zeigt die Bedeutung und Definition und gibt Dir eine Übersicht der 15 wirksamsten Führungsinstrumente als Beispiele. …

Führungsinstrumente: Basis wirksamer Mitarbeiterführung

Führungsinstrumente: Bedeutung und Definition

Führungskräfte sind für viele Menschen so selbstverständlich, dass sie gar nichts hinterfragen. Starten wir also mit einer simplen aber selten gestellten Frage: Wozu gibt es eigentlich Führungskräfte? Warum leisten sich Organisationen so etwas, warum zahlen sie die hohen Gehälter? Antwort: Als Führungskraft ist Deine Aufgabe letztendlich Einfluss auf andere Menschen nehmen, vor allem die Mitarbeiter. Darauf weist auch die Definition von Führung (Becker, 2016) hin:

Führung ist die zielgerichtete Beeinflussung des Erlebens und Verhaltens von Individuen und Gruppen innerhalb von Organisationen.

Als Führungskraft bist Du entsprechend sehr wertvoll, wenn Du Einfluss darauf hast, wie Mitarbeiter sich verhalten, wie sie denken, was sie fühlen. Unternehmen sind dann bereit, Spitzengehälter für Dich zu zahlen. Und das mit Recht, denn mit Dir laufen die Prozesse und Entscheidungen dann besser und schneller. Umgekehrt gilt natürlich: Wenn Du keinen Einfluss hast, bist Du überflüssig. Wofür braucht man Dich dann als Führungskraft? Man braucht Dich dann ebenso wenig wie einen Fußballtrainer, der keine Wirkung auf die Spieler entfaltet. Ja, es gibt sogar Führungskräfte, in deren Anwesenheit Dinge langsamer und schlechter laufen, die mehr schaden als nutzen.

Und genau hier kommen Führungsinstrumente ins Spiel, hier liegt ihre Bedeutung. Ohne Führungsinstrumente gibt es keine wirksame Führung. So einfach ist das. Jeder, der führt, braucht dafür Instrumente. Sogar Tiere führen durch Instrumente wie Vorbildverhalten andere Tiere an. Als Führungskraft sind Führungsinstrumente wie Lob oder gute Fragen die Schnittstelle zu Deinen Mitarbeitern. Sie sind Deine Werkzeuge. Mit ihnen beeinflusst Du, wie Deine Mitarbeiter sich verhalten, wie sie denken, was sie fühlen, mit welchem Mindset sie morgens aufstehen und abends einschlafen.

Die Definition für Führungsinstrument ist:

Ein Führungsinstrument ist ein konkretes Mittel, um Mitglieder in Organisationen in ihren Eigenschaften, ihrem Erleben und ihrem Verhalten zu beeinflussen.

Führungsinstrumente sind also Deine Werkzeuge zur Beeinflussung der Mitarbeiter. Soweit der rationale Teil. Aber wie genau machen sie Führung besser?

Machen Führungsinstrumente Führung besser?

Ein Teil der Wahrheit ist, dass wir uns sehr viele Führungskräfte leisten (um nicht zu sagen durchfüttern), die nur sehr wenig Wirkung entfalten, die nicht führen können oder wollen. Sicher fallen Dir dazu zahlreiche Beispiele in Politik und Wirtschaft ein. Und wir kennen auch die Früchte solcher Führungskräfte, sei es das Impfchaos und ewig verzögerte Hilfen in der Corona-Pandemie oder der Absturz ganzer Unternehmen und Länder. Warum leisten wir uns solche „Führungskräfte“? Letztlich, weil die wenigsten Menschen Dinge hinterfragen und damit eine Schlüsselfrage zu selten gestellt wird: Warum gibt es Führungskräfte? Viele Menschen nehmen Führungskräfte oft als Selbstverständlichkeit hin, ohne sich bewusst zu machen, dass diese ein notwendiges Übel sind. Sie haben gar nicht den Anspruch an Führungskräfte, dass Entscheidungen und Prozesse besser, schneller und effektiver laufen. In solchen Fällen, bei wirkungslosen Führungskräften, kann ein Set an kraftvollen Führungsinstrumenten tatsächlich vieles besser machen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es sehr wirkungsvolle Führungskräfte gibt, die enormen Schaden anrichten – gerade weil sie wirksam sind. Nur weil eine Person Meisterschaft in Führungsinstrumenten erlangt hat, bedeutet das also nicht, dass ihr ethischer Kompass gängigen Vorstellungen entspricht, sie ein moralisch „besserer Mensch“ ist oder dass sie in die „richtige Richtung“ führt. Die furchtbarsten Menschen der Geschichte verfügten über ein mächtiges Set an Führungsinstrumenten. Und genau dieses Set an wirksamen Instrumenten machte in der Geschichte immer den Unterschied, ob jemand ein Witz und eine Lachnummer blieb oder zum „Monster“ wurde.

Führungsinstrumente machen Dich also wirksamer als Führungskraft. Vielleicht sogar nahezu unaufhaltsam, wie Beispiele aus der Geschichte zeigen. Sie machen Führung und Menschen aber nicht im ethischen Sinne „besser“.

Welche Instrumente stehen Führungskräften zur Verfügung?

Führungsinstrumente: Übersicht und Beispiele

An der Stelle denkst Du wahrscheinlich „So weit so gut. Je besser ich also meine Führungsinstrumente beherrsche, desto mehr Wirkung habe ich auf Menschen, desto wertvoller bin ich als Führungskraft. Aber was genau sind jetzt die einzelnen Führungsinstrumente, die mir zur Verfügung stehen?“ Es ist daher Zeit für eine Übersicht. Welche Führungsinstrumente gibt es?

Die wichtigsten Führungsinstrumente sind:

Für die hier aufgeführten Führungsinstrument findest Du im Text jeweils ein eigenes Kapitel mit allen Informationen, wie Du dieses Werkzeug auf ein professionelles Niveau entwickelst und wirksam einsetzt.

Einige der Führungsinstrumente sind eher Basiscs. Diese sollte (eigentlich) jede Führungskraft professionell beherrschen. Dazu gehören Vorbildverhalten, Aufbau von guten Beziehungen mit Sympathie, Schaffen eines Vertrauensklimas oder aktives Zuhören. Doch auch wenn es sich hier scheinbar um selbstverständliche Kompetenzen handelt: Viele Menschen bleiben hier sehr weit weg von einem professionellen und wirksamen Niveau. Das gilt auch für Führungskräfte. Manche wenige Führungskräfte bringen es aber zur Meisterschaft – etwa bei gutem Zuhören, der Kunst Fragen zu stellen oder wirksamem Lob. Vielleicht bist Du bereits einmal so einer Person begegnet? Andere Instrumente sind High-End für absolut fortgeschrittene Führungskräfte, nur die wenigsten beherrschen sie auf einem hohen Niveau. Dazu zählt die Entwicklung von Charisma.

Manche Führungsinstrumente laufen sogar „automatisch“, ohne, dass Du als Führungskraft selbst direkt aktiv sein musst. Dazu der nächste Abschnitt.

Direkte und indirekte Führungsinstrumente

Dir stehen direkte und indirekte Führungsinstrumente zur Verfügung (Hunt, 1991; Yammarino, 1994), wie folgende Abbildung zeigt.

Führungsinstrumente für direkte und indirekte Führung
  • Direkte Führungsinstrumente. Mit ihnen setzt Du direkt selbst am Mitarbeiter an. Ein typisches Beispiel: Du lobst Deine Mitarbeiter. Damit gibst Du ihnen, wenn Du es richtig machst, ein motivierendes Erfolgserlebnis, stärkst ihr Selbstvertrauen und lieferst wichtige Informationen, aus denen sie lernen. Direkte Instrumente, wie Lob, Vorbildverhalten oder aktives Zuhören sind Deine Grundlage bei der Mitarbeiterführung.
  • Indirekte Führungsinstrumente. Wenn direkte Führungsinstrumente Deine Basis sind, dann sind indirekte Führungsinstrumente die Kür, ein Level höher. Das sind (wie der Name schon sagt) alle Instrumente, die für Dich auf die Mitarbeiter automatisch einwirken, ohne dass Du selbst direkt etwas tust. Stell es Dir vor, wie eine automatisierte Software, die Arbeitsprozesse für Dich erledigt – aber Du musst diese Software natürlich erst einmal aufsetzen, damit es gut läuft. Schwer vorstellbar? Ein ganz konkretes Beispiel für indirekte Führung ist, einen Mitarbeiter in ein bestimmtes Team zu platzieren. Hat dieses Team eine hohe Leistungsnorm, dann sozialisiert es den neuen Mitarbeiter entsprechend. Er wird dann auch zu hoher Leistung motiviert – ganz ohne, dass Du selbst aktiv beiträgst. Alles, was Du machst, ist den Mitarbeiter dem Team zuzuordnen. Den Rest erledigt das Team als soziales Umfeld voll automatisch. Nur: Du musst natürlich zunächst einmal schlagkräftige Teams mit diesen Eigenschaften aufbauen, bevor Du diese Teams dann für indirekte Führung nutzen kannst.

Die letzten drei Führungsinstrumente aus der Liste oben sind übrigens indirekt, alle anderen direkt.

Es folgen Prinzipien, wie Du Führungsinstrumente richtig einsetzt.

Führungsinstrumente einsetzen: Dein Werkzeugkasten

Wie setzt Du Führungsinstrumente richtig ein? Solltest Du voll auf ein Instrument setzen? Oder lohnt es sich nicht eher einen guten Koffer voller Werkzeuge zu haben? Hier erfährst Du die Regeln, auf die es ankommt.

Manche Führungskräfte setzen fokussiert auf ein Instrument, etwa Zielvereinbarungen. Dieses Instrument steht dann sehr in Vordergrund ihrer Führung, verdrängt vieles andere. Im Extrem spricht man dann von einer Führungstechnik. Beispielsweise gibt es die Führungstechnik „Management by Objectives“, eine Führung mit starkem Fokus auf Ziele als Führungsinstrument. Mit so einem engen Fokus verzichten Führungskräfte aber auf viel Wirkung und Breite. Es mag ja sein, dass man die Frau oder der Typ ist, der am besten Ziele einsetzen kann. Aber bedeutet das, dass man sich deshalb nicht mehr als Vorbild verhalten sollte oder Lob der Mitarbeiter egal ist? Sicher nicht.

Führungsinstrumente setzt Du daher richtig ein, wenn Du sie als einzelne Werkzeuge in einem ganzen Werkzeugkasten verstehst. Je nach Situation holst Du dann das Werkzeug raus, das Du gerade brauchst. Manchmal wird es im übertragenen Sinne eher ein Instrument wie ein zierlicher „Spannungsprüfer“ sein, mit dem Du die Situation auslotest – ein andermal ist es ein grober „Vorschlaghammer“, mit dem Du die Situation zurechtklopfst und beseitigst, was zwischen Dir und Deinem Erfolg steht. Manche Führungswerkzeuge, wie Vorbildverhalten, solltest Du immer einsetzen, sie müssen in Deinem Werkzeugkasten sein. Vorbildverhalten ist zentral und deshalb oben auch das erste in der Liste. Es gibt keinen Weg daran vorbei für Dich. Warum? Wenn Deine Mitarbeiter Dich nicht als Vorbild erleben, dann hast Du immer Gegenwind. Deine anderen Instrumente laufen so ins Leere. Kümmer Dich also immer zuerst darum, ein gutes Vorbild zu sein.

Zu viel Fokus geht also auf Kosten Deiner Wirkung. Das bedeutet aber natürlich nicht, dass Du nicht Dein eigenes Profil als Führungskraft entwickeln solltest. So wie ein Fußballspieler vielleicht kopfballstark ist, kann ein anderer sehr gute Flanken oder Fallrückzieher. Such Dir also mehrere Führungsinstrumente aus, die Dir besonders liegen, mit denen Du Dich wohl fühlst. Es geht darum, dass Du am Ende Dein Profil entwickelst, ein Set an bevorzugten Führungsinstrumenten aufbaust, mit dem Du authentisch bist, Dich wohl fühlst – und die zu Deiner spezifischen Führungssituation passen. Mit diesem Set gehst Du dann Deinen Weg, egal wer oder was sich Dir entgegenstellt.

Fazit: Es lohnt sich, ein breites Set an Führungsinstrumenten zu beherrschen, denn es kommen immer Situationen, in denen Du diese brauchen wirst. Ein Gleichnis mit vier Handwerkern veranschaulicht das.

Gleichnis: Vier Handwerker

Dein eigener guter Werkzeugkoffer mit einen soliden Set an Führungsinstrumenten, das zu Dir und Deiner Führungssituation passt, ist also das Ziel. Wie kommst Du an dieses Ziel? Wie kannst Du jetzt einzelne Führungsinstrumente entwickeln? Deinen Weg zur Meisterschaft bei Führungskompetenz und welche Gesetzte dort gelten, erfährst Du im nächsten Kapitel.