8. Geeignete Aufgaben für Teams

Die Aufgabe ist eine wichtige Säule der Leistung von Teams. Wie so oft zeigen Forschungsergebnisse ein differenziertes Bild. Nicht immer sind Teams bei Aufgaben einzelnen Mitarbeitern in der Leistung überlegen. Anders ausgedrückt: Nicht jede Aufgabe ist für Teams geeignet.

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Abbildung: Geeignete Aufgaben als Säule der Teamleistung

Daher ist die sinnvolle Auswahl und Gestaltung von Aufgaben eine wesentliche Grundlage für die Leistungsfähigkeit von Teams. Herausforderung in der Praxis ist: Teams bei den Aufgaben einsetzen, wo sie wirklich überlegen sind. Welche Merkmale aber machen eine Aufgabe geeignet für Teams? Woran können sich Führungskräfte orientieren, wenn sie entscheiden, wie eine Aufgabe erledigt wird oder wie sie gestaltet werden soll? Folgende Abbildung stellt dazu die zentralen Aspekte vor.

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Abbildung: Geeignete Aufgaben für Teams

Wissenschaftliche Studien haben Merkmale von Aufgaben identifiziert, anhand derer Führungsräfte entscheiden können, ob sie für Teams geeignet sind (Champion, Papper & Medsher, 1996; Bowers, Pharmer & Salas, 2000; Webber & Donahue, 2001; Stewart, 2006):

Umfang

Komplexität

Abgrenzbarkeit von Rollen und Verantwortlichkeiten

Interaktionsbedarf

Interaktionsmöglichkeiten

Verbindendes Ziel

Je stärker die aufgelisteten Merkmale ausgeprägt sind, desto eher ist eine Aufgabe für Teamarbeit geeignet. Je geringer die Merkmale ausgeprägt sind, desto eher sollte auf Teamarbeit verzichtet werden, da Minderleistung und ggf. sogar ein Scheitern vorprogrammiert sind.

Zu Aufgaben gehört idealerweise auch ein Zeitplan. Ein interessanter Aspekt betrifft den Zusammenhang zwischen Zeitfenster zur Fertigstellung einer Aufgabe und Leistung von Teams. Hier zeigen Studien, dass neu erstellte Teams erst ab der Hälfte eines festen Zeitrahmens ernsthaft mit der Aufgabenlösung beginnen. Die Forschungsergebnisse in der Folge dieses so genannten Punctuated-Equilibrium-Modells sind überraschend einheitlich, relativ unabhängig von Art der Aufgabe, Größe des Zeitfensters (zwischen Minuten oder Monaten) oder Merkmalen des Teams (Gersick, 1988).

Eine Schlussfolgerung aus diesen Ergebnissen ist, dass in der Praxis möglichst enge Zeitfenster gesetzt werden sollten, um einen möglichst frühen Beginn der Arbeit zu erreichen. Bei Bedarf können diese Zeitfenster dann immer noch ausgeweitet werden.

Eine andere Schlussfolgerung sind klare Zwischenziele (Meilensteine), damit rechtzeitig mit der Leistungsphase begonnen wird. Zudem steigt der Konflikt in Teams, je unterschiedlicher die Vorstellungen zu zeitlicher Zuverlässigkeit werden (Mohammad & Angell, 2004). Auch hier ist ein klarer und verbindlicher Plan mit Meilensteinen vorteilhaft.

Praxistipps

Aufgaben sollten Teams natürlich auch motivieren können. Die zahlreichen Aspekte, die hier von Bedeutung sind, werden im nächsten Kapitel dargestellt.