23. Soziale Rollen im Team: Teamrollen

Nach einer Weile bilden sich in Gruppen bestimmte soziale Rollen für die Mitglieder heraus. Erst diese Teamrollen machen ein Team aufgabenteilig und handlungsfähig. Jeder beginnt sich idealerweise um das zu kümmern, was er am besten kann und was ihn am stärksten motiviert.
Dieser Beitrag gibt eine Definition, zeigt warum und wie Rollen in Gruppen entstehen, welche Arten von Teamrollen es gibt und geht auf hierarchische Rollen bzw. Status in Teams ein. …

Teamrollen: Mitglieder besetzen soziale Rollen im Team
Teamrollen: Mitglieder besetzen soziale Rollen im Team

Soziale Rolle: Definition

Was ist eines soziale Rolle? Es gilt folgende Definition:

Eine soziale Rolle ist das charakteristische Verhaltensmuster, das eine Person in einer Gruppe zeigt.

In der Regel ist sich diese Person und die anderen Gruppenmitglieder über die Rolle bewusst. Die betreffende Person sieht die Rolle als ihre Pflicht und auch die anderen erwarten, dass sie diese Rolle verantwortlich ausfüllt.

Die Zuordnung der Rollen kann explizit geschehen, etwa indem man offen darüber redet oder eine Führungskraft sie zuteilt. Oft emergieren die Rollen aber von selbst aus der Gruppendynamik. Menschen haben dann auf einmal einen bestimmten Verhaltensbereich, den sie abdecken, zeigen ein charakteristisches Verhaltensmuster. Ein simples Beispiel – jemand wechselt einmal den Toner für den Drucker im Büro. Irgendwann wird das zur Selbstverständlichkeit, er macht das dann immer, es wird sogar von ihm erwartet. Er hat jetzt diese soziale Rolle.

Warum einstehen überhaupt Rollen in Gruppen? Dazu der nächste Abschnitt.

Soziale Rollen in Gruppen: Warum sie entstehen

Die einzelnen Rollen werden letztendlich bedingt aus verschiedenen Einflüssen:

  • Einerseits bedingt die übergeordnete Aufgabe, welche Rollen überhaupt erforderlich sind. Bei einer professionellen Fußballmannschaft ist die übergeordnete Aufgabe, Spiele zu gewinnen. Die Aufstellung am Spielfeld und die Taktik des Trainers weist einzelnen Spielern klare Rollen zu. Durch die klare Aufgabenteilung können Teams effektiv werden, da jeder da macht, was er wirklich kann.
  • Auch der Kontext, in dem ein Team handelt, bestimmt die Rollen – etwa indem bestimmte Vorschriften für Rollen bestehen. So wird eine Fußballmannschaft einfach die Rolle eines Kapitäns vergeben müssen, weil dies so vorgesehen ist.
  • In jedem Team gibt es Normen, die das Verhalten regeln. Normen definieren, welches Verhalten Zustimmung findet und belohnt wird und welches Verhalten abgelehnt wird. Je nach diesen Normen sind auch bestimmt Rollen vorgesehen.
  • Schließlich gibt es Einflüsse, die in der Person der einzelnen Teammitglieder liegen. Je nach Kompetenzen und Motiven werden diese bestimmte Rollen anstreben und dafür geeignet sein – oder eben nicht. So wird ein extrovertierter Spieler mit sehr hohem Dominanzstreben und entsprechendem Status für die Rolle als Kapitän geeigneter sein als ein introvertierter Spieler ohne Status in der Mannschaft.

Welche Arten von Rollen gibt es in Teams?

Teamrollen: Welche Arten es gibt

Grob können drei Arten von Rollen im Team unterschieden werden, die fast immer zu finden sind.

aufgabenorientierte Rollen
Bestimmte Rollen sind schon alleine für das erfolgreiche Erledigen der Aufgabe wichtig: Diese können als aufgabenorientiert beschrieben werden. Wichtige Funktionen können Entwickeln von Ideen, Bewertung von Alternativen, Vermarkten von Lösungen und das Umsetzen oder Kontrollieren von Plänen sein. Auch das organisieren von guten und rechtzeitigen Entscheidungen im Team gehört zu den aufgabenorientierten Rollen.

teamorientierte Rollen
Andere Gruppenmitglieder bekleiden teamorientierte Rollen und kümmern sich um Konfliktmanagement oder die Ermutigung und Motivation der Teammitglieder. Zu teamorientierten Rollen gehört auch sich um die Entwicklung der Mitglieder im Team und des ganzen Teams zu kümmern.

politischen Rollen
Letztlich lassen sich noch Mitglieder mit politischen Rollen abgrenzen, die sich um die externe Akzeptanz und Förderung des Teams bemühen. Typishcerweise stehen diese Rollen in Kontakt mit Führungskräften, Kunden und Vertretern anderer Teams.

In den genannten drei Kategorien für Rollen spiegelt sich nicht von Ungefähr die Gliederung der Voraussetzungen für Teamleistung wieder: Die Aufgabe (wird durch aufgabenorientierte Rollen angesprochen), das Team (wird durch teamorientierte Rollen gepflegt) und das Umfeld (wird von politischen Rollen gestaltet). Eine gute und ausgewogene Rollenverteilung ist daher eine Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit von Teams.

Praxistipps

Eng mit den Rollen verknüpft ist der Status der Teammitglieder. Diesen Aspekt in Teams schildert der nächste Abschnitt.

Status im Team: Rollen als Hierarchie

Wie ist Status definiert?

Status ist der soziale Rang in der Hierarchie, der einzelnen Personen von ihrer sozialen Gruppe zugeschrieben wird oder den eine ganze soziale Gruppe innehat.

Hier sind also zwei Ebenen zu unterscheiden:

Einmal kann der Status des gesamten Teams betrachtet werden. Wie schon unter dem Aspekt Kohäsion beschrieben wurde, ist ein hoher Status der Gesamtgruppe günstig, den er schweißt ein Team zusammen, fördert dessen Zusammenhalt und Teamgeist. Zudem fällt es Team mit hohem Status wesentlich leichter die besten Mitglieder zu gewinnen. Entsprechend ratsam ist es, den Status von Teams zu erhöhen. Dies lässt sich in Form von Anerkennung oder besonderer Herausstellung der Leistungen und Verdienste umsetzen. Ebenso zielführend ist es, den Zugang zum Team zu erschweren, eine “Elite-Aura” zu schaffen.

Teamarbeit, Teampsychologie, Teamentwicklung: So führen Sie Teams!

Team-Experte sein. Das Fachbuch zum Online-Text.

praxiserprobte Tipps
wissenschaftlich fundierte Qualität
kompaktes Format
Einblicke, die Sie und Ihre Teams erfolgreich machen!

Darüber hinaus ist auch der Status von einzelnen Mitgliedern innerhalb des Teams von Bedeutung. Das hat mehrere ganz konkrete Auswirkungen:

  • Je höher der Status eines Teammitglieds ist, desto größer ist auch die Toleranz für Abweichungen desjenigen von den Normen. So findet man beispielsweise bei Normen zum äußeren Erscheinungsbild nicht selten, dass besonders angesehene Manager oder auch Wissenschaftler sich im äußeren Erscheinungsbild Abweichungen erlauben können, die bei anderen Personen im Team nicht toleriert werden würden.
  • Je höher der Status eines Mitglieds im Team ist, desto größer ist auch sein Einfluss bei Entscheidungen und der Gestaltung von Normen.
Praxistipps

Wo Menschen gemeinsam in Teams arbeiten, ist über kurz oder lange auch das Thema Motivation auf der Tagesordnung. Das nächste Kapitel befasst sich daher mit der Motivation von Teams.