3. Motivation: Definition und Eigenschaften

Alle reden von Motivation – aber jeder meint etwas anderes und kaum einer kann den Begriff wirklich definieren. Hier setzt dieser Beitrag an. Er zeigt die Forschung dazu und die Psychologie dahinter. Was ist Motivation, welche Definition trifft zu? Gibt es ein Synonym, was sind Bedürfnisse und Werte? Was sind Motive und welche Eigenschaften haben diese? Und was bedeutet das alles für die Mitarbeitermotivation? …

Definition von Motivation: Psychologie definiert Motivation als Verhaltensbereitschaft hin oder weg von Zielen
Definition von Motivation: Psychologie definiert Motivation als Verhaltensbereitschaft hin oder weg von Zielen

Bedeutung von Motivation: Perspektiven im Alltag

Motivation ist ein gerne genutztes Schlagwort. Jeder glaubt zu wissen, was Motivation ist, doch lässt sich schnell feststellen, dass Menschen die unterschiedlichsten Dinge mit Motivation verbinden. Besonders verbreitet sind drei alltagspsychologische Perspektiven:

Motivation ist gleich einem Verhaltensergebnis.
So wird bei schlechten Arbeitsergebnissen der Mitarbeiter beispielsweise gerne von mangelnder Motivation gesprochen.

Motivation ist gleich der Beeinflussung von Verhalten.
Diese Perspektive betrachtet Motivation als Einflussnahme auf Verhalten. Beispielsweise spricht jemand mit dieser Perspektive von Motivation, wenn mit einem Bonusprogramm die Leistung der Mitarbeiter oder die Loyalität von Kunden gesteigert werden soll.

Motivation ist ein inneres Potenzial, das zielgerichtetes Verhalten antreibt.
Unter dieser Perspektive wird Motivation als innere Energiequelle betrachtet, die zu Verhaltensweisen antreibt.

Darüber hinaus gibt es eine Menge an sehr verwandten umgangssprachlichen Begriffen wie Leidenschaft, Hingabe, Enthusiasmus, Anstrengung, Willenskraft oder Fleiß. Es ist also erforderlich, den Begriff Motivation wissenschaftlich klar zu definieren. Das geschieht im nächsten Abschnitt.

Definition – Was ist Motivation in der Psychologie?

Wie kann man Motivation definieren? Ein babylonisches Gewirr an umgangssprachlichen Begriffen und verschiedenste Perspektiven auf Motivation machen eine saubere Messung und die gezielte Beeinflussung unmöglich. Deshalb soll hier folgende Frage beantwortet werden: Was ist Motivation?

Mitarbeiter wirksam motivieren: Mitarbeitermotivation mit der Macht der Psychologie

Mitarbeiter sind häufig die Hälfte der Arbeitszeit unproduktiv. Selbst wer arbeitet, tut das oftmals mit angezogener Handbremse. Der Zustand ist alarmierend – und genau deshalb bieten sich gewaltige Chancen bei der Mitarbeitermotivation.

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Die wissenschaftliche Definition von Motivation in der Psychologie ist:

Motivation ist die Richtung, Intensität und Ausdauer einer Verhaltensbereitschaft hin zu oder weg von Zielen.

Entscheidend ist in dieser Definition, dass Motivation nicht das tatsächliche Verhalten ist, sondern nur die Bereitschaft dazu. Auf Verhalten selbst bestehen mehrere Einflüsse – neben der Motivation beispielsweise auch die Fähigkeiten einer Person. Mit dieser Definition ist Motivation aus wissenschaftlicher Sicht am ehesten entsprechend der dritten oben angeführten populären Sichtweise auf Motivation. Auch bei Mitarbeitern sind diese drei Wirkungen von Motivation auf Verhalten entscheidend: Richtung, Intensität und Ausdauer (vgl. Kanfer, Chen und Pritchard, 2008).

Synonym für Motivation? Definition von Motiven, Bedürfnissen und Werten

Viele Begriffe werden als Synonym für Motivation verwendet. Ist das gerechtfertigt? Eine Basis von Motivation sind Motive. Hier die Definition:

Motive sind einzelne, isolierte Beweggründe menschlicher Verhaltensbereitschaft.

Motivation ist also abhängig von gerade aktiven Motiven bei einem Menschen. So kann etwa die Motivation, eine Arbeitstätigkeit auszuführen, aus den unterschiedlichsten Motiven entspringen – wie etwa Leistung, Macht, sozialer Kontakt, Selbstverwirklichung und so weiter.

Eng mit dem Begriff Motiv verwandt ist der Begriff Bedürfnis. Teilweise benutzen auch Wissenschaftler ihn mehr oder weniger als synonym für Motive (z.B. Maslow, 1954 oder McClelland, 1961 in ihren Motivationstheorien). Bedürfnisse sind als Mangelempfinden an etwas (beispielsweise Durst als Mangel an Flüssigkeit) definiert und daher weniger breit als Motive. So ist das Vermeiden von Schmerz ein wichtiges Motiv aber kein Bedürfnis. Bedürfnisse sind also eine Art von Motiven – und zwar die mit Mangelempfinden als Basis. Dieser Text fokussiert sich daher wie fast alle aktuellen Veröffentlichungen auf den Begriff Motiv, da er besser definiert und breiter verwendbar ist.

Bedürfnisse sind Motive, die aus einem Mangelempfinden entstehen.

Verwandt mit Motiven sind auch Werte. Werte im psychologischen Sinne sind definiert als erstrebenswerte Zielzustände. Damit sind sie anders als Bedürfnisse nicht an Defizit oder Mangel orientiert, sondern an Entwicklung und Normierung. Werte, die ein Mensch teilt, sind ebenfalls eine Art von gelernten Motiven. Sie können über den einzelnen Mitarbeiter hinaus sozial von mehreren Personen geteilt sein. Werte entfalten einerseits direkt Wirkung, indem sie Menschen motivieren, die diese Werte teilen. Andererseits wirken Werte auch indirekt motivierend, wenn sie als soziale Normen wirken. Teams bestrafen dann, wenn einzelne Personen im Verhalten von diesen Werten abweichen und sie belohnen Konformität. Das stellt ein eigenes Kapitel dar, zu Teams, die Mitarbeiter motivieren.

Werte sind bewusste Motive, die erstrebenswerte Zielzustände beschreiben und einen starken sozialen Kontext haben.

Der nächste Abschnitt extrahiert zum Abschluss die wichtigsten Gedanken und Tipps für die Praxis.

Motivation: Tipps für die Praxis

Die vorangehenden Abschnitte liefern wichtige Erkenntnisse für die Praxis. Der Schaukasten zeigt die wichtigsten Tipps.

Praxistipps

Im nächsten Kapitel erfolgt ein vertiefter Blick auf Motive und ihre Eigenschaften.