18. Fazit: Erkenntnisse zur Motivation

Das Themenfeld der Motivation ist intensiv erforscht und doch kein leichtes Gebiet der Psychologie. Noch heute sind viele Fragen offen. Auf der anderen Seite gibt es klare Ergebnisse mit hoher Relevanz für die Wirtschaftspsychologie. Diese werden hier zum Abschluss des Kapitels nochmals prägnant zusammengefasst.

Bei Motivation geht es nicht nur um Arbeitsleistung oder Kauf

Motivation ist nur ein Einfluss auf Verhalten unter vielen.

Motivation entsteht aus Motiven.

Theorie inspiriert.

Forschung ist besser.

Motive sind zwischen verschiedenen Personen unterschiedlich.

Motive können sich bei einer Person verändern.

Je nach Situation können ganz andere Motive relevant sein.

Die gleichen Verhaltensweisen und Ziele können bei verschiedenen Personen aus unterschiedlichsten Motiven heraus angestrebt werden.

Verschiedene Verhaltensweisen und Ziele können den gleichen Motiven dienen.

Bei fast allen Verhaltensweisen bestehen Motivkonflikte.

Nicht nur der objektive Zustand ist wichtig, subjektive Erwartungen zählen.

Ziel ist nicht gleich Ziel.

Konsequenzen sind wichtig.

Innerer Antrieb ist wichtiger.

Arbeit kann sexy gemacht werden.

Bitte nicht zu rational ansetzen.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die psychologische Forschung sehr brauchbares für die Praxis der Motivation geliefert hat. Die Anwendung hat das Potenzial, das sich daraus ergibt, bei weitem nicht erschlossen. Auf der anderen Seite gibt es noch offene Fragen und auch Kritik an den bisherigen Ausrichtungen der Forschung. Oft wird nicht berücksichtigt, dass ein Großteil es Verhaltens wenig rational ist, viele Verhaltensweisen automatisch aus Gewohnheit oder anhand ganz einfacher Regeln erfolgen. In der Zukunft gilt es also, die Bedeutung von Emotionen und nicht bewussten Motiven viel stärker in die Forschung zur Motivation einzubinden. Dazu sind bereits sehr präzise wissenschaftliche Instrumente verfügbar, mit denen emotionale Reaktionen auf Objekte und deren Konsequenzen auf Motivation abbildbar sind (vgl. Becker, 2010 b).

Zudem ist es ratsam, sich die Aufbrechung und Beeinflussung von automatisierten Verhaltensweisen genauer anzusehen. Denn in der Praxis ist man sehr oft mit wenig reflektierten Verhaltensweisen konfrontiert, wenn im Personalbereich oder im Marketing Verhalten verändert werden soll.