4. Aufbau von Fragebögen: Hauptteil

Der Hauptteil von Fragebögen folgt ebenfalls meist einem logischen Verlauf.

  • Mit einem Leitfaden wird der Befragte durch den gesamten Fragebogen geführt. Mit dem Leitfaden wird er auf neue Themen vorbereitet oder auf Dinge, die er bei der Beantwortung von Fragen beachten soll. Im mündlichen Interview wird der Leitfaden durch den Interviewer vorgelesen, bei schriftlichen Befragungen befindet sich der Leitfaden als Instruktion zwischen und vor den Fragen.
  • Ein Einstieg wird durch so genannte Eisbrecherfragen erleichtert. Diese sollen das Interesse steigern und den Anschein geben, dass der vorliegende Fragebogen einfach zu beantworten ist. Als Kriterien für eine Eisbrecherfrage gelten: spannend, themenbezogen, die Befragungsperson persönlich betreffend, technisch einfach zu bearbeiten.
  • Filterfragen helfen den Verlauf im Fragebogen zu steuern. Je nach Antwort der vorangehenden Fragen folgen andere Fragen.
    Filterfragen sind im Telefoninterview, persönlichem Interview und bei Online-Erhebungen sehr sinnvoll, da sie den Befragten nicht auffallen. Dagegen werden sie natürlich im schriftlichen Papierfragebogen bewusst und sind nicht zu empfehlen. Der Filtersprung wird  hier oft nicht verstanden, es wird falsch gesprungen – und noch wichtiger: Filter können dem Befragten den Eindruck vermitteln, seine Antworten seien gar nicht so wichtig.
  • Thematisch gilt es, eine logische Reihenfolge der Fragen zu beachten. Bewährt haben sich thematische Blöcke, die vom Allgemeinen zum Speziellen hinführen. Die Komplexität der Fragestellung nimmt im Verlauf der Befragung zu. Mit steigender Einarbeitung des Befragten können von diesem erste spezifische Themenkomplexe bearbeitet werden.
    Unbedingt sind hier Effekte von vorausgehenden Fragen auf die nachfolgenden zu beachten. Bei verdeckten Forschungsfragen sollte der Befragte dadurch nicht vorzeitig auf das Thema gestoßen werden.
  • Eher am Ende eignen sich ebenfalls bestimmte Fragen besonders: Die Motivation nimmt im allgemeinen mit fortschreitendem Verlauf ab, so dass am Ende eher weniger relevante, einfach zu beantwortende Fragen platziert werden sollten. Sensible Fragen sollten ebenfalls am Schluss gestellt werden, um ein vorzeitiges Abbrechen zu verhindern (Porst 1998, S. 30).