2. Aufbau von Fragebögen: Gesamtstruktur

Man kann die Konstruktion von Fragebögen in mehrere Phasen unterscheiden: Die strukturelle und inhaltliche Gestaltung der einzelnen Strukturelemente sowie das äußerliche Design. Mit der inhaltlichen Gestaltung soll nun begonnen werden.

 

Jeder Fragebogen muss spezifisch für die Forschungsziele konstruiert werden, damit er auch die benötigte Information liefert. Häufig werden Fragebögen eingesetzt, um Persönlichkeitsmerkmale, Einstellungen oder Verhaltensweisen zu erfassen.

Fragebögen sind meist aus folgenden übergeordneten Strukturelementen aufgebaut:

  1. Einleitung und Beschreibung der Zielsetzung der Befragung.
    Hier ist das Kapitel zur Kontaktaufnahme mit Befragten essentiell.
  2. Anleitung zum Ausfüllen (Instruktion).
    Dabei sollte knapp und klar dargestellt sein, wie der Bogen aufgebaut ist und die Fragen beantwortet werden sollten.
    Am besten mit einem Beispiel.
  3. Thematisch gegliederter Hauptteil.
    Hierfür ist insbesondere das Kapitel zur Gestaltung von Fragen bedeutsam.
  4. Fragen zur Person (soziodemografische Angaben).
    Diese Fragen zu Einkommen und anderem sind meist sensibler und sollten daher nicht gleich zu Beginn gestellt werden, da sie sonst Befragte abschrecken können.
  5. Am Ende Platz für Anmerkungen und Dank für die Teilnahme.
    Mitunter besteht hier auch die Option Daten für die Teilnahme an einem Gewinnspiel anzugeben oder sich für weitere Befragungen als Interessent zu registrieren.

 

Hier sollte in einem Flowchart der gesamte Fragebogen mit den zu messenden Merkmalen und den entsprechenden Sprüngen grafisch dargestellt werden. Auf dieser anschaulichen Basis kann gut gestaltet, wie die Befragung ablaufen sollte. Auch komplexe Versuchsdesigns werden so greifbar und können leicht verändert werden.

Folgende Abbildung zeigt das Flowchart eines Onlinefragebogens aus einer Werbewirkungsstudie.

 

Fragebogen_Flow_Chart.png

Abbildung: Flowchart eines Fragebogens

Diese Werbewirkungsstudie war als experimentelles Design mit zwei Gruppen aufgebaut. Eine Gruppe mit 2000 Personen hatte die zu untersuchende Werbung erhalten, eine andere Gruppe mit 500 Personen hatte andere Werbung erhalten. Beide Gruppen wurden aus der Kundendatenbank eines Medienunternehmens zur Befragung eingeladen. Nach der Instruktion folgte im Hauptteil sofort eine Sprungfrage. Nur wer das Medium tatsächlich betrachtet hatte, nahm an der eigentlichen Werbewirkungsuntersuchung teil, alle anderen wurden für allgemeine Fragen (ab Block fünf) genutzt.