15. Zusammenfassung: Hintergrund der Wirtschaftspsychologie

Im Folgenden die wichtigsten Aspekte zum Hintergrund der Wirtschaftspsychologie.

  • Wirtschaftspsychologie hilft zahlreiche anwendungsbezogene Fragen aus den Gebieten der Ökonomie, des Personal- und Organisationsbereiches und des Marketingsektors zu beantworten. Dabei wächst die Nachfrage nach Kompetenzen Erleben und Verhalten zu verstehen, vorherzusagen und zu beeinflussen zusehends, da bisherige Ansätze oftmals für aktuelle Herausforderungen nicht zufriedenstellend funktionieren oder der Wettbewerb intensiver geworden ist.
  • Entscheider in Wirtschaft und Politik aber auch Mitarbeiter und Konsumenten treffen Ihre Entscheidungen anhand von psychologischen Annahmen zu anderen Menschen, sie sind also als Laienpsychologen aktiv. Laienpsychologische Annahmen werden oftmals unüberprüft eingesetzt, sind aber oftmals unzutreffend.
    Dem gegenüber steht ein Modell des Evidence Based Management, das anstatt von Laienannahmen und Überzeugungen empirisch abgesicherte wissenschaftliche Fakten als Entscheidungsgrundlage verwendet.
  • Eine ebenso verbreitete wie falsche Laienannahme ist die eines rational entscheidenden Menschen.
    Diese ursprünglich in der klassischen Ökonomie beheimatete Sicht eines Homo oeconomicus wird von vielen Politikern und Managern als Annahme bei Maßnahmen verwendet. Beispiele sind psychologisch vollkommen missglückte Konzepte, um zu mehr Kinderkriegen oder Altersvorsorge zu ermuntern oder Ansätze über das Gehalt mehr Leistung bei Mitarbeitern zu erreichen.
    Die Psychologischen Forschungsergebnisse stehen dieser Annahme diametral entgegen. Menschen Verhalten sich extrem irrational.
    Das trifft auch auf die aggregierten Verhaltensweisen einer Masse an Individuen zu.
  • Die Psychologie beschäftigt sich als empirische Wissenschaft mit der Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von Erleben und Verhalten und sie stellt Ansätze zur Modifikation derselbigen zur Verfügung.
    Dabei lässt sich die Psychologie in drei Hauptströmungen unterteilen:
    Die Theoretische Psychologie (Grundlagenforschung), konzentriert sich hauptsächlich auf die Entwicklung von Theorien, unabhängig von deren Anwendbarkeit.

    Dagegen entwickelt die Angewandte Psychologie als zweite Strömung Theorien, die praktisch anwendbar sind. Die Wirtschaftspsychologie ist der Angewandten Psychologie als Strömung zuzuordnen.

    Als dritte Strömung kann die Praktische Psychologie angeführt werden. Diese befasst sich nicht mit der Entwicklung von Theorien und Wissenschaft im eigentlichen Sinne, sondern setzt Instrumente in der Praxis ein.

     

  • Sowohl bei der Grundlagenforschung als auch bei der Praktischen Psychologie besteht Optimierungspotenzial beim gegenseitigen Austausch mit der Wirtschaftspsychologie.
  • Zahlreiche Berufsfelder sind eng mit der Wirtschaftspsychologie verknüpft. Das betrifft insbesondere die Marktforschung, das Marketing, die Kommunikation und Werbung, den Personalbereich, Arbeitsgestaltung und Organisation, Mensch-Maschine-Schnittstellen, Design und Ergonomie sowie den Coaching- und Trainingsbereich.
  • Mittlerweile blickt die Wirtschaftspsychologie als empirische Wissenschaft auf eine über hundertjährige Entwicklungsgeschichte zurück.