28. Erkenntnisse: Mitarbeiter wirksam motivieren

Die Forschung zur Motivation von Mitarbeiter liefert klare Ergebnisse mit hoher Relevanz für die Praxis. Dieses abschließende Kapitel fasst zentrale Erkenntnisse aus den einzelnen Kapiteln nochmals prägnant zusammen.

Mitarbeitermotivation liegt im Trend.

Mitarbeitermotivation wirkt nicht nur auf die Arbeitsleistung.

Motivation ist nur ein Einfluss auf Verhalten unter vielen.

Motive sind eine wichtige Basis für Motivation.

Inhaltstheorien sind Ideengeber mit Risiken.

Verbreitete Irrtümer und Fehlannahmen bedrohen eine wirksame Mitarbeitermotivation.

Viele Stellschrauben beeinflussen die Motivation von Mitarbeitern.

Mitarbeitermotivation ist nicht zuletzt eine Frage der Kultur.

Hygiene im Arbeitsumfeld zahlt sich aus.

Motivierende Führung kombiniert neue Ansätze mit bewährtem.

Motivation funktioniert nicht gegen das Team.

Arbeit kann sexy sein.

Der Fit von Arbeitsaufgabe und Mitarbeiter entscheidet.

Ziel ist nicht gleich Ziel.

Konsequenzen sind wichtig.

Innerer Antrieb ist der Königsweg.

Mitarbeiter sind unterschiedlich.

Emotion beinhaltet das Wort „motion“.

Nur wer an sich glaubt, kann Berge versetzen.

Gewohnheiten – die Macht im Untergrund.

Nur wer richtig misst, handelt richtig.

Als Fazit lässt sich festhalten, dass die psychologische Forschung viel Brauchbares für wirkungsvolle Mitarbeitermotivation geliefert hat. In der Anwendung ist das Potenzial, das sich daraus ergibt, noch nicht ansatzweise erschlossen. Nur für ca. 15 Prozent der Mitarbeiter gibt es entsprechende Maßnahmen, um sie systematisch zu motivieren (vgl. Crabtree, 2013). Noch verbringen zu viele Mitarbeiter große Teile der Arbeitszeit nicht mit ihrer Arbeit oder damit zusammenhängenden Aufgaben. Noch gibt es zu viele Fehlannahmen und verbreiteten Irrglauben bei den Entscheidern über Motivation. Noch gibt es zu wenige Personen, die für diesen wichtigen Bereich (Es geht um die Effektivität der teuer bezahlten Mitarbeiter!) ausgebildet und verantwortlich sind. Dieser Text soll dazu beitragen, dass sich das ändert.
Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch noch offene Fragen und Kritik an der bisherigen Ausrichtung der Forschung. Oft wurde zu wenig berücksichtigt, dass ein Großteil des Verhaltens kaum rational ist, viele Verhaltensweisen automatisch aus Gewohnheit oder anhand ganz einfacher Regeln erfolgen. In der Zukunft gilt es also, die Bedeutung von Emotionen und nicht bewussten Motiven viel stärker in die Forschung zur Motivation einzubinden. Dazu sind bereits präzise wissenschaftliche Instrumente verfügbar, mit denen beispielsweise emotionale Reaktionen und deren Konsequenzen auf Motivation abbildbar sind (vgl. Becker, 2010). Es bleibt also spannend.