21. Soziale Rollen und Status im Team

Nach einer Weile bilden sich in Teams bestimmte Rollen für die Mitglieder heraus. Dadurch wird das Team aufgabenteilig und handlungsfähig. Jeder beginnt sich idealerweise um das zu kümmern, was er am besten kann und was ihn am stärksten motiviert.

Eine soziale Rolle ist das charakteristische Verhaltensmuster, das eine Person in einer Gruppe zeigt.

Die einzelnen Rollen werden letztendlich bedingt aus verschiedenen Einflüssen:

  • Einerseits bedingt die Aufgabe, welche Rollen überhaupt erforderlich sind.
  • Auch der Kontext, in dem ein Team handelt, bestimmt die Rollen – etwa indem bestimmte Vorschriften für Rollen bestehen. So wird eine Fußballmannschaft einfach de Rolle eines Kapitäns vergeben müssen, weil dies vorgesehen ist.
  • In jedem Team gibt es Normen, die das Verhalten regeln, diese definieren, welches Verhalten Zustimmung findet und belohnt wird und welchen Verhalten abgelehnt wird. Je nach diesen Normen sind auch bestimmt Rollen vorgesehen.
  • Schließlich gibt es noch Einflüsse in der Person der Teammitglieder. Je nach Kompetenzen und Motiven werden diese bestimmte Rollen anstreben und dafür geeignet sein – oder eben nicht.

Welche Arten von Rollen gibt es in Teams?

Rollen im Team

Grob können drei Arten von Rollen unterschieden werden, die meist in Teams zu finden sind.

aufgabenorientierte Rollen

teamorientierte Rollen

politischen Rollen

In den genannten drei Kategorien für Rollen spiegelt sich nicht von Ungefähr die Gliederung der Voraussetzungen für Teamleistung wieder: Die Aufgabe (wird durch aufgabenorientierte Rollen angesprochen), das Team (wird durch teamorientierte Rollen gepflegt) und das Umfeld (wird von politischen Rollen gestaltet). Eine gute und ausgewogene Rollenverteilung ist daher eine Grundvoraussetzung für die Leistungsfähigkeit von Teams.

Praxistipps

Eng mit den Rollen verknüpft ist der Status der Teammitglieder. Diesen Aspekt in Teams schildert der nächste Abschnitt.

Status im Team

Wie ist Status definiert?

Status ist der soziale Rang in der Hierarchie, der einzelnen Personen von ihrer sozialen Gruppe zugeschrieben wird oder den eine ganze soziale Gruppe innehat.

Hier sind also zwei Ebenen zu unterscheiden:

Einmal kann der Status des gesamten Teams betrachtet werden. Wie schon unter dem Aspekt Kohäsion beschrieben wurde, ist ein hoher Status der Gesamtgruppe günstig, den er schweißt ein Team zusammen, fördert dessen Zusammenhalt und Teamgeist. Zudem fällt es Team mit hohem Status wesentlich leichter die besten Mitglieder zu gewinnen. Entsprechend ratsam ist es, den Status von Teams zu erhöhen. Dies lässt sich in Form von Anerkennung oder besonderer Herausstellung der Leistungen und Verdienste umsetzen. Ebenso zielführend ist es, den Zugang zum Team zu erschweren, eine “Elite-Aura” zu schaffen.

Darüber hinaus ist auch der Status von einzelnen Mitgliedern innerhalb des Teams von Bedeutung. Das hat mehrere ganz konkrete Auswirkungen:

  • Je höher der Status eines Teammitglieds ist, desto größer ist auch die Toleranz für Abweichungen desjenigen von den Normen. So findet man beispielsweise bei Normen zum äußeren Erscheinungsbild nicht selten, dass besonders angesehene Manager oder auch Wissenschaftler sich im äußeren Erscheinungsbild Abweichungen erlauben können, die bei anderen Personen im Team nicht toleriert werden würden.
  • Je höher der Status eines Mitglieds im Team ist, desto größer ist auch sein Einfluss bei Entscheidungen und der Gestaltung von Normen.
Praxistipps

Wo Menschen gemeinsam in Teams arbeiten, ist über kurz oder lange auch das Thema Motivation auf der Tagesordnung. Das nächste Kapitel befasst sich daher mit der Motivation von Teams.