22. Teamalterung: Auffrischung gealterter Teams

Teams die in der Leistungsphase sind, werden dort nicht automatisch bleiben. Das lässt sich wunderbar an Sportteams beobachten. Wer einmal Fußballweltmeister ist, wird beispielsweise nicht automatisch Europameister zwei Jahre später. Dieses Phänomen des Leistungsabfalles in Teams nennt sich Alterungsphase und ist eine völlig normale Erscheinung – wenn nicht rechtzeitig gegen gesteuert wird. Es ist erfolgsentscheidend für Teams nicht in die Alterungsphase zu kommen – zumindest nicht dort zu bleiben.
Dieses Kapitel befasst sich daher mit folgenden Fragen: An welchen Symptomen können Führungskräfte die Teamalterung frühzeitig erkennen? Mit welchen Maßnahmen zur Prävention und Intervention kann man der Alterung von Teams entgegenwirken? …

Teamalterung: Symptome, Prävention und Intervention
Teamalterung: Symptome, Prävention und Intervention

Symptome von Teamalterung

Durch welche Symptome lässt sich die Alterung von Teams, der Niedergang der Leistungsphase erkennen?

zu hoher Vertrautheitsgrad
Teams beginnen sich oftmals ab einem gewissen Vertrautheitsgrad der Mitglieder zunehmend mit sich selbst anstatt mit der Aufgabe zu befassen. Zwischenmenschliche Aspekte treten dann in den Vordergrund und verdrängen die eigentliche Aufgabe des Teams. Das können gemeinsame Interessen und Freizeitaktivitäten sein aber auch Konflikte oder romantische Beziehungen am Arbeitsplatz.

gewohnte Verhaltensweisen und Rollen
Auch entwickeln Teams meist gewohnte Verhaltensweisen und Rollen, was zunächst sinnvoll ist und Vorteile bringt. Oftmals sind diese Verhaltensweisen und Rollen aber träge und können sich nur mehr schwer verändern, wenn sich die Situation ändert. Teammitglieder verharren statisch in ihren Rollen und verteidigen diese sogar gegen Abtretung, Einflussnahme oder Veränderungen nach dem Motto „Dafür bin ich zuständig!“. Dann erstickt die Leistungsfähigkeit von Teams in einem starren Korsett aus Gewohnheiten und verkrusteten Rollen. Es gelten Weisheiten wie: „Wir haben das schon immer so gemacht.“ oder „Das hat letztes Mal auch so funktioniert!“ und behindern notwendige Veränderung und Innovation. All dies hemmt die Innovation und Veränderungsfähigkeit der Teams, schadet der Teamleistung.

Gruppendenken
Darüber hinaus nimmt mit der Zeit das Gruppendenken zu, soziale Normen, die viele Vorteile haben können, entwickeln dann eine veränderungsfeindliche Macht. Abweichende Meinungen werden sanktioniert, als Konsequenz nicht mehr geäußert bzw. gar nicht mehr gebildet. Mitglieder haben dann berechtigterweise Angst, Verhaltensweisen und Rollen überhaupt zum Thema zu machen. Auch darunter leidet die Innovationskraft von Teams, die Qualität der im Team getroffenen Entscheidungen und die Leistung.

sozialen Normen
Insbesondere bei den sozialen Normen zu Leistung, Entwicklung und Lernen sowie Veränderung und Innovation beginnt eine langsame Erosion; Selbstgerechtigkeit („Wir gehören ohnehin zu den besten!“) und Bequemlichkeit („Das können wir auch später angehen!“) ziehen ein.

Teamalterung ist also von negativ zu bewertenden Symptomen begleitet. Was können Teams und Führungskräfte unternehmen, um einer Alterung von Teams vorzubeugen und gealterte Teams wieder aufzufrischen?

Maßnahmen gegen Teamalterung

Will man der Alterung von Teams vorbeugen, besteht das Risiko mit dem gesamten Team einen Konflikt einzugehen.

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Mit geeigneten Strategien zur Prävention von und Intervention bei Teamalterung lässt sich Konflikt jedoch vermeiden und Teamleistung erhalten.

Praxistipps

Soziale Rollen und Status sind das Thema im nächsten Kapitel. Beides ist zu beachten, wenn Teamleistung maximiert werden soll.