13. Die optimale Größe von Teams

Was ist besser: Große Teams  oder lieber kleine? Ein zentraler Aspekt bei Teams ist die Anzahl der Mitglieder. Wie groß aber sollte ein Team idealerweise sein? Welche Prinzipien gelten hier für die Anzahl an Personen? In diesem Kapitel das Wichtigste aus der Forschung zur Teamgröße. Es geht los mit der Frage „Bringt viel auch viel?“, zeigt dann, wie negative Synergie ein Team handlungsunfähig machen kann und liefert dann die entscheidenden Tipps für die Teamarbeit. …

Teamgröße: Wie viele Mitglieder sind optimal?
Teamgröße: Wie viele Mitglieder sind optimal?

Teamgröße: Bringt viel auch viel?

Bei der Menge an Personen in einem Team geht es also vereinfacht gesagt um die Entscheidung: „Viel bringt auch viel!“ vs. „Weniger ist mehr!“. Dazu zeigt die Forschung deutlich, dass mehr zumindest nicht so viel mehr bringt, wie erhofft. Mit zunehmender Gruppengröße nimmt die Leistung des einzelnen ab (z.B. Suzuki et al., 2018, Littlepage, 1991). Das bedeutet nicht, dass fünf Mitarbeiter in einem Team insgesamt weniger leisten als vier Mitarbeiter. Aber jeder einzelne von ihnen leistet wahrscheinlich weniger für sich alleine betrachtet als in einem Team mit vier Mitgliedern. Folgende Abbildung illustriert diesen Befund.

Teamgröße und Teamleistung: Je mehr Mitglieder im Team, desto geringer die Leistung des Einzelnen
Teamgröße und Teamleistung: Je mehr Mitglieder im Team, desto geringer die Leistung des Einzelnen

So zeigt sich schon bei additiven Aufgaben, bei denen die einzelnen Elemente nicht voneinander abhängen – zum Beispiel Tauziehen – eine bedeutende Leistungsabnahme der einzelnen Individuen, sobald sie in einer Gruppe arbeiten (vgl. Ringelmann, zitiert durch Kravitz und Martin, 1986; Shepperd, 1993). Offenbar reicht die bloße Präsenz von anderen Personen aus für eine Reduzierung der Leistung bei produktiven Tätigkeiten.

Untersuchungen, die große mit kleinen Teams vergleichen, kommen ebenso zu eindeutigen Ergebnissen: Große Teams sind nur bei Aufgaben, deren einzelne Elemente sich nicht bedeutend gegenseitig bedingen überlegen – etwa dem Sammeln von Ideen. Geht es an die praktische Ableitung von koordinierten, zusammenhängende Maßnahmen, sind kleine Gruppen oder sogar einzelne Personen überlegen.

Wie Prozessverluste und negative Synergie bei großen Teams explodieren

In der Regel zeigt sich zudem: Auch Prozessverluste nehmen mit der Gruppengröße zu. Zwar fügen zusätzliche Mitglieder Kapazität und Fähigkeiten hinzu. Dafür erhöhen diese aber auch den Koordinationsaufwand, erschweren die Kooperation und verringern Zufriedenheit und Zusammenhalt im Team (Gully, Devine und Whitney, 1995; Magjuka und Baldwin, 1991).

Teamarbeit, Teampsychologie, Teamentwicklung: So führen Sie Teams!

Team-Experte sein. Das Fachbuch zum Online-Text.

praxiserprobte Tipps
wissenschaftlich fundierte Qualität
kompaktes Format
Einblicke, die Sie und Ihre Teams erfolgreich machen!

Diese negative Synergie bei zunehmender Größe von Teams hat klare Ursachen:

  • Je mehr Teammitglieder beteiligt sind, desto schwieriger, langwieriger und qualitativ schlechter werden Entscheidungen.
  • Ebenso ist bei den normalen Arbeitsprozessen umso mehr Absprache, Kommunikation und Interaktion notwendig.
  • Die Wahrscheinlichkeit für Konflikte steigt mit der Anzahl der Teammitglieder (Amason und Sapienza, 1997).
  • Eine klare Verteilung von Rollen wird mit zunehmender Größe von Teams schwerer.
  • Der Zusammenhalt im Team (Gruppenkohäsion) sinkt mit wachsender Personenzahl.
  • Verantwortung wird mit zunehmender Teamgröße nicht mehr wahrgenommen und kann schwerer zugeordnet werden. Trittbrettfahrer können sich dann leichter durchmogeln und die Moral untergraben.

Letztendlich kann ein zu viel an Mitgliedern also dazu führen, dass sich das Team selbst blockiert. Darauf gehen auch die folgenden Tipps ein.

Anzahl der Teammitglieder: Tipps

Praxistipps

Fazit: Der in der Praxis oftmals beliebte Ansatz, wichtigen Dingen möglichst viele Personen zuzuordnen, kann letztendlich sehr kontraproduktiv sein.
Die erhoffte positive Synergie auf die Arbeitsleistung, wenn mehrere Einzelpersonen in ein Team zusammengefasst werden, tritt häufig nicht ein – es droht sogar negative Synergie. Mehr bringt dann also weniger.

Im nächsten Kapitel geht es um die demografische Zusammensetzung von Teams.