23. Führungskommunikation: Führung und Kommunikation

Führung und Kommunikation – beides gehört untrennbar miteinander zusammen. Das ist das Forschungsfeld der Führungskommunikation. Führung ist soziale Einflussnahme und damit auf Kommunikation angewiesen. Wer sich mit Führung befasst, wird deshalb früher oder später merken, dass sehr viel von kommunikativen Fähigkeiten abhängt: Mitarbeiter loben, kritische Rückmeldung zu einem Projekt geben, gute Beziehungen, Sympathie und Vertrauen herstellen, ein Mitarbeitergespräch führen, die Arbeitsaufgabe erklären oder einen Konflikt schlichten. Führung durch Kommunikation ist der Arbeitsalltag von Führungskräften.

Darum geht es in diesem Kapitel. Es stellt ein Kommunikationsmodell vor, geht kurz ein auf Körpersprache und Stimme und beschreibt wichtige Kommunikationsfertigkeiten beim Zuhören und Sprechen. …

Kommunikationsmodell

Betrachtet man Kommunikation als Modell, sind wichtige Aspekte für die Führung offenkundig. Aus dem Modell wird klar, dass Kommunikation eine sehr komplexe und anspruchsvolle Aufgabe ist, das gilt besonders für Führungskräfte.

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Abbildung: Kommunikation

Zur Kommunikation gehört immer mindestens ein Sender und ein Empfänger. Der Sender enkodiert eine Botschaft, der Empfänger dekodiert diese idealerweise.

Ist die Führungskraft als Sender aktiv, sind mehrere Aspekte relevant.
Generell sind beispielsweise attraktive Personen mit hoher wahrgenommener Fachkompetenz und wahrgenommenen guten Absichten im Vorteil, sie gelten als hoch Glaubwürdig.

Natürlich ist Kommunikation in aller Regel ein Kreislauf, der Empfänger selbst ist also auch Sender. Dabei treten auch die bekannten Effekte eines Engelskreises auf, wenn Kommunikation eine positive Dynamik hat und die Effekte eines Teufelskreises, wenn Kommunikation eine negative Dynamik hat.

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Die Botschaft selbst wird über verschiedene Medien kommuniziert, etwa Face-to-Face, per Telefon, Email etc. Dabei ist nicht nur die verbale Botschaft von Relevanz, wichtiger sind oftmals die nonverbalen Inhalte, insbesondere die Körpersprache und paraverbale Botschaften.

Körperspracheparaverbale Botschaften
  • Mimik und Gestik
  • Kleidung
  • Körperhaltung
  • Blickkontakt
  • Position im Raum
  • Tempo der Bewegungen
  • Sprechtempo
  • Stimmhöhe
  • Modulation der Stimme
  • Sprech-Melodie
  • Betonungen und Pausen
  • Stottern und Füllwörter

Je nachdem wie gut eine Führungskraft als Sender und als Empfänger funktioniert, wird auch der Erfolg dieser Führungskraft sein. Das zeigt der nächste Abschnitt.

Kommunikative Kompetenz: Zuhörerfertigkeiten und Sprecherfertigkeiten

Es geht also darum, die kommunikative Kompetenz von Führungskräften zu fördern. Kommunikative Fähigkeiten sind in zwei zentrale Aspekte unterteilt: Zuhörerfertigkeiten und Sprecherfertigkeiten.

Zuhörerfertigkeiten: Zuhören können und die richtigen Fragen zu stellen ist eine Grundvoraussetzung, um als Führungskraft über die soziale und aufgabenbezogene Situation informiert zu sein.

Sprecherfertigkeiten: Die Fähigkeit Visionen, Ziele und anderes zu kommunizieren sind das Fundament, um überhaupt aufgabenorientiert und mitarbeiterorientiert führen zu können.

Praxistipps
Um erfolgreich zu sein, sollten Führungskräfte ihre kommunikativen Kompetenzen in bestimmten Bereichen systematisch trainieren. Besonders wichtig sind:

  • Fähigkeiten des aufnehmenden Zuhörens,
  • die Kunst gute Fragen zu stellen,
  • Lob und Anerkennung von guten Leistungen,
  • Rückmeldung bei unbefriedigenden Leistungen,
  • Verhandlung,
  • Durchsetzungsverhalten und
  • Präsentation.

Was Vertrauen ist und wie es gewonnen werden kann, ist im Folgenden genauer beschrieben.