22. Führung und Kommunikation

Führung und Kommunikation – beides gehört untrennbar miteinander zusammen. Wer sich mit Führung befasst, wird früher oder später merken, dass sehr viel von kommunikativen Fähigkeiten abhängt. Führung ist als soziale Einflussnahme auf Kommunikation angewiesen. Darum geht es in diesem Kapitel.

Der nächste Abschnitt stellt ein Modell der Kommunikation vor.

Modell der Kommunikation

Betrachtet man Kommunikation als Modell, sind wichtige Aspekte für die Führung offenkundig. Aus dem Modell wird klar, dass Kommunikation eine sehr komplexe und anspruchsvolle Aufgabe ist, das gilt besonders für Führungskräfte.

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Abbildung: Kommunikation

Zur Kommunikation gehört immer mindestens ein Sender und ein Empfänger. Der Sender enkodiert eine Botschaft, der Empfänger dekodiert diese idealerweise.

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Ist die Führungskraft als Sender aktiv, sind mehrere Aspekte relevant.
Generell sind beispielsweise attraktive Personen mit hoher wahrgenommener Fachkompetenz und wahrgenommenen guten Absichten im Vorteil, sie gelten als hoch Glaubwürdig.

Natürlich ist Kommunikation in aller Regel ein Kreislauf, der Empfänger selbst ist also auch Sender. Dabei treten auch die bekannten Effekte eines Engelskreises auf, wenn Kommunikation eine positive Dynamik hat und die Effekte eines Teufelskreises, wenn Kommunikation eine negative Dynamik hat.

Die Botschaft selbst wird über verschiedene Medien kommuniziert, etwa Face-to-Face, per Telefon, Email etc. Dabei ist nicht nur die verbale Botschaft von Relevanz, wichtiger sind oftmals die nonverbalen Inhalte, insbesondere die Körpersprache und paraverbale Botschaften.

Körperspracheparaverbale Botschaften
  • Mimik und Gestik
  • Kleidung
  • Körperhaltung
  • Blickkontakt
  • Position im Raum
  • Tempo der Bewegungen
  • Sprechtempo
  • Stimmhöhe
  • Modulation der Stimme
  • Sprech-Melodie
  • Betonungen und Pausen
  • Stottern und Füllwörter

Je nachdem wie gut eine Führungskraft als Sender und als Empfänger funktioniert, wird auch der Erfolg dieser Führungskraft sein. Das zeigt der nächste Abschnitt.

Zuhörerfertigkeiten und Sprecherfertigkeiten

Es geht also darum, die kommunikativen Fertigkeiten von Führungskräften zu fördern. Kommunikative Fähigkeiten sind in zwei zentrale Aspekte unterteilt: Zuhörerfertigkeiten und Sprecherfertigkeiten.

Zuhörerfertigkeiten: Zuhören können und die richtigen Fragen zu stellen ist eine Grundvoraussetzung, um als Führungskraft über die soziale und aufgabenbezogene Situation informiert zu sein.

Sprecherfertigkeiten: Die Fähigkeit Visionen, Ziele und anderes zu kommunizieren sind das Fundament, um überhaupt aufgabenorientiert und mitarbeiterorientiert führen zu können.

Praxistipps
Um erfolgreich zu sein, sollten Führungskräfte ihre kommunikativen Kompetenzen in bestimmten Bereichen systematisch trainieren. Besonders wichtig sind:

  • Fähigkeiten des aufnehmenden Zuhörens,
  • die Kunst gute Fragen zu stellen,
  • Lob und Anerkennung von guten Leistungen,
  • Rückmeldung bei unbefriedigenden Leistungen,
  • Verhandlung,
  • Durchsetzungsverhalten und
  • Präsentation.

Was Vertrauen ist und wie es gewonnen werden kann, ist im Folgenden genauer beschrieben.