14. Aufbau von Fragebögen: Design

Das Ziel des Marktforschers ist, möglichst viele Leute dazu zu bringen, den für sie so nützlichen Fragebogen auszufüllen.
Daher ist es wichtig, dass der Fragebogen auch äußerlich ansprechend auf die Zielpersonen wirkt. Der Fragebogen sollte für den Befragten anwendungsfreundlich sein und so wenig Mühe verursachen, wie möglich: Das beinhaltet ein übersichtliches Design und visuelle Orientierungshilfen.
Ergonomisch gestaltete Fragebögen auszufüllen motiviert und kostet nicht so viel Mühe und Überwindung, wie das Ausfüllen eintöniger, komplizierter Formulare.
Zudem ist die äußere Qualität eines Fragebogens ein wertvoller Qualitätshinweis für Befragte, dass die Studie und ihre Antworten wichtig sind. Warum sollte man sich anstrengen, wenn der Fragebogen schlampig gestaltet wurde, sich nicht einmal der Forscher selbst angestrengt hat?

 

Beim Design können die zwei Aspekte Format und Layout unterschieden werden.

 

Beim Fragebogenformat empfiehlt es sich, Papier der Größe DIN A4 oder A5 zu verwenden. Als Schriftarten eignen sich Times New Roman und Arial am besten. Dabei ist die Schriftgröße variabel, sollte aber gut lesbar sein, gerade, wenn ältere Personen befragt werden.

 

Zur Länge des Fragebogens: Gemäß den Ergebnissen der ADM Metaanalyse (2004) hat der Umfang eines Fragebogens keine negativen Auswirkungen auf den Rücklauf. Gleiches berichten Fox, Grask und Kim (1988) sowie Linsky (1975). Thoma und Zimmermann (1996) berichten sogar, dass ein größerer Umfang eine höhere Wichtigkeit signalisiert. Allerdings ist zu beachten, dass Rücklauf nicht alles ist, sondern bei großer Länge auch die Konzentration der Teilnehmer erheblich leidet.
Wir würden nicht empfehlen Bögen mit über 10 Seiten (A4) zu verwenden. Gerade bei Onlineerhebungen oder geringem thematischen Involvement der Befragten ist die Toleranz für Länge unserer Erfahrung nach noch geringer.

 

Bei konstant gehaltener Länge des Fragebogens wirkt ein kurzer „time cue“ als Hinweis auf den Fortschritt im Fragebogen erhöhend auf die Teilnahme.  Das lässt sich insbesondere bei Onlinebögen leicht umsetzen.

 

Das Layout sollte den Befragten führen und ihn bei der Bearbeitung der Fragen unterstützen. Hierbei muss ein Mittelweg gefunden werden, zwischen mehreren Seiten mit großzügigem Platzangebot und weniger Seiten mit kompaktem Aufbau. Insgesamt sollte der Fragebogeneinheitlich gestaltet sein. Das betrifft Schriftarten, Ausrichtungen und Nummerierungen. Innerhalb eines Items dürfen keine Seitenumbrüche liegen. Da der Fokus auf der Befragung liegt, sollten inhaltlich unterschiedliche Abschnitte genau getrennt werden. Außerdem sind einseitig bedruckte Fragebögen übersichtlicher und leichter zu bearbeiten (Schnell, Hill & Esser, 2005).

 

Im Layout sollten sich die logischen Sinnabschnitte des Fragebogens widerspiegeln. Das bedeutet Fragen zur Kundenzufriedenheit sollten beispielsweise in einem getrennten Block von Fragen zur Demographie erscheinen.

 

Haben Frageblocks besonders viele Fragen ist eine Auflockerung durch eine kurze Trennung sinnvoll. Als Richtwert kann hier gelten, dass kein Block länger als zehn einzelne Fragen sein sollte.

 

Die Instruktionen aus dem Leitfaden sollten bei schriftlichen Befragungen so nahe wie möglich bei den betreffenden Fragen stehen.
Das erleichtert die Zuordnung durch die Befragten. Allerdings sollte eine andere Formatierung verwendet werden (etwa normal wenn die Fragen fett formatiert sind), damit klar zwischen Instruktion und Frage unterschieden werden kann.

 

Ein Fragebogen dient nicht nur den Befragten zur Orientierung, sondern auch die Forscher sollten berücksichtigt werden.
Daher sollte ein Fragebogen zumindest in der Papierform auch das Eintippen der Daten unterstützen und damit Zeit sparen und Fehler vermeiden helfen.
Ein Codieren der Fragen bereits auf Papier (etwa durch Seriennummern) ist daher unbedingt anzuraten.
Ebenfalls kann ein Codieren der ausgeteilten Fragebögen häufig sinnvoll sein, um beispielsweise Kundengruppen klar zuordnen zu können.