8. Zusammenfassung: Ethik in der Wirtschaftspsychologie

Im Überblick lässt sich zur Ethik in der Wirtschaftspsychologie folgendes als Fazit festhalten:

  • Die Anwendung der wirtschaftspsychologischen Erkenntnisse gelingt vor allem der Industrie.
    Staatliche Funktionäre, Mitarbeiter und Verbraucher nutzen die Erkenntnisse nur in sehr bescheidenem Umfang.
  • Das Spektrum, in dem Verhalten bei Mitarbeitern und Konsumenten aufgebaut und abgebaut wird, ist sehr breit und reicht in vielfältigste Bereiche hinein.
  • Nicht jede Beeinflussung ist automatisch gleich als Manipulation zu werten.
    Die überwiegende Anzahl der verhaltenstechnischen Beeinflussungen in der Praxis erfüllt die Kriterien der Manipulation nicht.
    Dennoch gibt es auch zahlreiche Ansätze, die durchaus als Manipulation zu werten sind.
  • Die Debatte, ob Werbung neue Bedürfnisse schaffen kann, lenkt vom zentralen Punkt ab.
    Werbung kann zumindest vorhandene Motive kanalisieren und Verhalten in vollkommen neue Bahnen lenken.
  • Der Verbraucherschutz bleibt in der derzeit praktizierten Form deutlich unter seinen Möglichkeiten, die Verbraucher wirksam zu schützen.
    Das liegt vor allem an einer zu rationalen Sicht des Konsumenten, die im Verbraucherschutz vorherrscht.

In der Gesamtschau lässt sich festhalten, dass die Wirtschaftspsychologie mehr noch als andere Disziplinen ethische Fragestellungen berührt.
Dabei ist nicht nur die Industrie gefordert, sonder auch Mitarbeiter und Konsumenten zeigen oftmals Verhalten das ethisch problematisch ist.
Sei das das weit verbreitete Raubkopieren, physischer Diebstahl, der Kauf von Plagiaten oder Mobbing am Arbeitsplatz.